München (tö). Ob große oder kleine Wehwehchen, für Patienten und Patientinnen wird es offenbar zunehmend schwieriger, zeitnah einen Termin beim Arzt zu ergattern beziehungsweise am Telefon überhaupt in der gewünschten Praxis durchzukommen. Ein TV-Sender zeigte kürzlich sogar Aufnahmen einer Warteschlange mit dutzenden Menschen, die sich morgens um 5 Uhr vor einer Hausarztpraxis bildete.
Es gibt aber mehrere Möglichkeiten für die Termin- und Arztsuche. So können Suchende zum Beispiel die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen nutzen. Sie sind telefonisch kostenlos unter der Nummer 116117 (ohne Vorwahl) oder online (www.116117.de) zu erreichen. Möglich ist es auch, über private Anbieter wie www.doctolib.de oder die entsprechende App einen Termin zu buchen. Wer per Telefon kein Glück hat, kann bei vielen Ärztinnen und Ärzten online auf deren Homepage versuchen, einen Termin per Klick zu erhalten.
Zum Hausarzt oder zum Facharzt?
Unklar ist nicht wenigen Versicherten auch, wann sie zum Hausarzt gehen sollten und wann zu einer Fachärztin. Die Stiftung Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) empfiehlt, zunächst stets einen Hausarzt oder eine Hausärztin aufzusuchen. Diese könnten dann mit dem Patienten besprechen, ob es sinnvoll ist, zum Facharzt zu gehen. Wenn ja, ist eine Überweisung vom Hausarzt für den Facharzt nicht unbedingt notwendig.
Das gilt aber nicht immer: Wer zum Beispiel wegen einer Krebsbehandlung in eine onkologische Praxis oder für eine bestimmte Röntgenaufnahme zum Radiologen muss, braucht dafür eine Überweisung.
Tipp: Um einen Termin beim Facharzt zu bekommen, kann es helfen, eine Überweisung des Hausarztes vorlegen zu können, selbst wenn diese nicht vorgeschrieben ist. Das zeigt den Mitarbeitenden in der Facharztpraxis, dass der Hausarzt einen Besuch beim Facharzt für tatsächlich angebracht hält. Eilt es aus gesundheitlichen Gründen, schreibt der Hausarzt normalerweise einen Dringlichkeitscode auf die Überweisung. Auch das sollte dazu beitragen, schneller einen Termin zu erhalten.
Wer gesetzlich krankenversichert ist, kann natürlich auch versuchen, eine Praxis aufsuchen, die nur für privat Krankenversicherte gedacht ist. Dann muss der Patient allerdings alle Dienstleistungen der Ärztin oder des Arztes nach Rechnung selbst bezahlen.
Umgekehrt sind Privatversicherte bei Kassenärzten gern gesehene Patienten, weil die private Krankenversicherung besser als die gesetzlichen Kassen bezahlt.
