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Studie zum Nutzen von Masken häufig falsch interpretiert

Eine Studie zum angeblich geringen Nutzen von Masken gegen Corona sorgt für Aufsehen. Was wirklich dran ist.

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Corona: Junge Frau setzt sich eine FFP2-Maske auf. Bild: IMAGO / Westend61

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Berlin (dpa). Der Nutzen eines Mund-Nasen-Schutzes gegen die Ausbreitung des Coronavirus ist seit langem Gegenstand hitziger Debatten. Fast zeitgleich mit dem Wegfall der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sorgt nun eine Überblicksstudie des renommierten Forschungsnetzwerks Cochrane für Zündstoff. Maskengegner sehen darin ihre Argumente bestätigt. Doch so einfach ist es nicht.

Behauptung: Die Cochrane-Studie beweist, dass Masken kaum oder gar nicht vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen.

Bewertung: Eine solche Deutung der Arbeit ist falsch.

Fakten: In dem Cochrane-Papier bündeln die Autorinnen und Autoren Studienergebnisse zur Wirksamkeit von nicht-pharmakologischen Maßnahmen – also etwa von Quarantäne, Händewaschen und Maskentragen.

Insgesamt untersuchten sie 78 Studien, darunter Arbeiten zum Influenza-Virus, zum Covid-Erreger Sars-CoV-2 oder zum schweren akuten respiratorischen Syndrom (Sars). Die Mehrzahl der Erhebungen bezieht sich auf klassische Hochsaisons für Atemwegsviren bis ins Jahr 2016, nicht auf die Corona-Pandemie.

Anhand der gesichteten Studien schreiben die Verfasser, dass das Tragen von Masken in der Bevölkerung wahrscheinlich einen geringen oder gar keinen Einfluss auf das Auftreten von Erkrankungen wie Grippe und Corona hat. Allerdings grenzen sie die Aussagekraft der Ergebnisse ein. „Das hohe Risiko von Verzerrungen, die Unterschiede bei der Messung der Ergebnisse und das relativ geringe Befolgen der Maßnahmen während der Untersuchungszeiträume machen es schwer, eindeutige Schlüsse zu ziehen“, betonen sie.

Wie gut Masken tatsächlich vor dem Corona-Virus schützen, müsse dringend weiter untersucht werden. Die Autoren sprechen von „Forschungslücken“.

„Die Cochrane-Studie ist wenig aussagekräftig“

In einer Stellungnahme will Cochrane Deutschland gegen „weitreichende Deutungen“ in sozialen Medien vorbeugen: Zu bedenken sei, dass die meisten Studien Interventionen wie das Bereitstellen von Masken untersuchten. Ob und in welchem Umfang diese dann auch von den Menschen getragen worden seien, sei nicht sicher.

„Die Cochrane-Studie ist wenig aussagekräftig“, erklärt Eberhard Bodenschatz, Professor für Physik und Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen. Ein großes Problem der Studie sei, dass sie verschiedene Atemwegserkrankungen wie etwa Corona und normale Grippe zusammenführe.

„Unsere Studien haben eindeutig gezeigt, dass Masken physikalisch ein wunderbarer Schutz sind“, sagt er der Deutschen Presse-Agentur. Sie verbesserten den Infektionsschutz mindestens um den Faktor zehn bis hundert. Die verschiedenen Einzelstudien seien nicht vergleichbar.

Schutzmasken senken Ansteckungsrisiko deutlich

Diverse wissenschaftliche Analysen belegen schon lange, dass Masken vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. So ergibt eine Überblicks-Studie von Mitte 2020, die in der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht wurde, dass Schutzmasken das Infektionsrisiko deutlich senken können.

Eine Ende 2021 im Fachblatt „PNAS“ veröffentlichte Untersuchung, an der Bodenschatz maßgeblich beteiligt war, ergab, dass Masken das Infektionsrisiko erheblich senken können: Tragen eine nicht-infizierte und eine infizierte Person gut sitzende FFP2-Masken, beträgt das maximale Ansteckungsrisiko nach 20 Minuten demnach selbst auf kürzeste Distanz in einem Raum kaum mehr als ein Promille.

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