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Untergewicht im Alter: So gelingt das Gegensteuern

Schmerzen beim Schlucken, Medikamente, Einsamkeit: All das kann den Appetit verderben – und auf Dauer zu Untergewicht führen. Die wichtigsten Tipps, wie es dann mit dem gesunden Zunehmen klappt.

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Untergewicht im Alter: So gelingt das Gegensteuern

© Nicht definiert

Berlin (dpa/tmn). Da regt sich keinerlei Vorfreude oder Magenknurren, obwohl das Lieblingsessen direkt vor Ihrer Nase steht? Appetitlosigkeit im Alter kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Beispiele sind:  

  • Erkrankungen wie Herzschwäche, Krebs, Schilddrüsenunterfunktion oder Depressionen 
  • Medikamente, die als Nebenwirkung den Appetit verringern 
  • psychische Belastungen wie Trauer oder Einsamkeit 

Dazu lässt bei vielen die Lust auf Essen ohnehin etwas nach, weil sich Geruchs- und Geschmackssinn mit zunehmendem Alter verschlechtern. Plus: Gerade wer alleine lebt, hat nicht jeden Tag Lust und Kraft für Essensplanung, Schnippelei und Kochen – und isst deshalb womöglich weniger.  

Ring oder Kleidung locker? Das sind Warnzeichen 

Führt die Appetitlosigkeit ins Untergewicht, ist rasches Gegensteuern angesagt – auch weil dann die Gefahr besteht, dass der Körper nicht mehr mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist. Zudem neigt er nun dazu, Muskelmasse abzubauen. Es drohen also eher Stürze, so das Portal „Gesund & aktiv älter werden“ des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit (BIÖG).  

Anzeichen, die man ernst nehmen sollte, sind etwa der Ring, der auf einmal nicht mehr am Finger hält – oder die Kleidung, die immer luftiger sitzt. Auch Müdigkeit und ein Gefühl von Schlappheit können auf eine Unterernährung hindeuten.  

Dann gilt: mit Arzt oder Ärztin besprechen, wie man jetzt am besten vorgeht. Hemmt etwa ein Medikament den Appetit, gibt es womöglich eine Alternative, die man ausprobieren kann.  

Welche Lebensmittel sich gut eignen 

Doch wie gelingt es, ein paar Kilo zuzulegen – einfach bei jeder Gelegenheit Schokolade, Kekse und Pommes verputzen? Das ist nicht die beste Strategie. Diese Speisen liefern zwar viel Energie, geht es um wichtige Nährstoffe, sieht es aber mau aus. Gönnen darf man sie sich natürlich trotzdem. 

Besser ist aber, auf gesunde Lebensmittel zu setzen, die vergleichsweise viel Kalorien liefern. Die Zeitschrift „Senioren Ratgeber“ nennt als Beispiele (Ausgabe 2/2026): Nüsse, Hülsenfrüchte, Trockenfrüchte, Avocados, Bananen und Vollkornbrot, ebenso wie fettreiche Milchprodukte wie Vollmilch oder Sahnequark.  

Schon mit kleinen Tricks bekommen Mahlzeiten dabei Extra-Kalorien: 

  • einen Klecks Sahne ins Müsli geben 
  • Parmesan über die Nudeln reiben 
  • einen Schuss Pflanzenöl in die Suppe kippen 
  • etwas Nussmus in den Haferbrei rühren 

Manchmal fällt es leichter, durch Getränke Kalorien aufzunehmen. Eine gute Wahl sind dann das Glas Fruchtsaft oder der selbstgemachte Smoothie aus püriertem Obst und Joghurt.  

Wichtig: machbare Mahlzeiten, Druck herausnehmen 

Morgens geht Essen bei Ihnen besonders schlecht rein? Dann nehmen Sie sich für den Start in den Tag essenstechnisch lieber nicht zu viel vor – das nimmt Stress raus. „Die kalorienreichste Mahlzeit essen Sie am besten, wenn Sie sich am wohlsten fühlen“, rät Ernährungswissenschaftlerin Nicole Erickson im „Senioren Ratgeber“.  

Generell eine gute Idee: mehrere, kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt einplanen, statt wenige große. Das BIÖG nennt als Faustregel fünf bis sechs Mahlzeiten täglich.  
Wer Schwierigkeiten hat, regelmäßig für sich selbst zu kochen, kann sich das Leben auch hier leichter machen: Möglichkeiten sind „Essen auf Rädern“, offene Mittagstische in der Nachbarschaft oder gesunde Fertiggerichte fürs Tiefkühlfach.  

Auch das Auge isst mit  

Eine Stellschraube, an der man für etwas mehr Appetit drehen kann: sich das Essen möglichst schön machen. Das kann man wortwörtlich nehmen, indem man zum Beispiel die Bananenscheiben hübsch auf dem Joghurt anrichtet oder frische Kräuter auf die Pellkartoffeln streut. 

Auch gemeinsames Kochen und Essen, etwa mit Freundinnen oder der Familie, schafft einen schönen Rahmen für Mahlzeiten. Der „Senioren Ratgeber“ verweist darauf, dass Studien zeigen konnten, dass wir in Gesellschaft von Menschen, bei denen wir uns wohlfühlen, insgesamt mehr essen. 


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