Berlin (dpa). Die Zahl der Arbeitsunfälle in Deutschland ist weiter gesunken. Das teilte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung am Mittwoch in Berlin mit. Im Jahr 2022 seien 791.698 meldepflichtige Arbeitsunfälle gezählt worden, 1,8 Prozent weniger als im Jahr zuvor. 427 Menschen starben durch einen Unfall am Arbeitsplatz, 83 weniger als ein Jahr zuvor. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 ist ein deutliches Minus zu erkennen. Damals hatten sich 871.547 und damit fast 80.000 mehr Arbeitsunfälle ereignet als 2022.
Weniger Wegeunfälle durch mehr Homeoffice?
Die Zahl der Unfälle auf dem Weg zur Arbeit stieg im vergangenen Jahr dagegen im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,3 Prozent auf 173.069 an. Auch die Zahl der Todesfälle auf dem Arbeitsweg stieg um 16 auf 234. „Die Unfallzahlen lagen im vergangenen Jahr weiter unter denen aus der Vor-Coronazeit. Es ist noch zu früh, um abzuschätzen, ob dies eine erfreuliche dauerhafte Entwicklung ist – zum Beispiel aufgrund der vermehrten Arbeit im Homeoffice“, sagt Stefan Hussy, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).
Hoher Anteil von Covid-19 bei Berufskrankheiten
Die Zahl der Anträge auf Anerkennung einer Berufskrankheit stieg dagegen im vergangenen Jahr um satte 62 Prozent auf 368.841. Hier hätten sich vor allem die häufigen Corona-Erkrankungen von Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegewesen niedergeschlagen. 180.790 von insgesamt 200.414 Anerkennungen von Berufskrankheiten seien auf Covid-19 zurückzuführen gewesen. Alle anderen Berufskrankheiten blieben leicht unter dem Niveau von 2019.
