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Woche des Sports: Prävention könnte so einfach sein

Experten warnen anlässlich der Europäischen Woche des Sports vor Bewegungsmangel und fordern "be active". Tipps für Einsteiger.

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Frankfurt (mjj) Die Europäische Woche des Sports geht gerade in Frankfurt unter dem Motto "be active" zu Ende. Die Stadt hat dem Autoverkehr ein großes Stück des nördlichen Mainufers abgetrotzt. Ein Dutzend Förderer und Partner haben unter der Trägerschaft des Deutschen Turner-Bunds (DTB), des Hessischen Ministerium des Innern und für Sport sowie der Stadt Frankfurt eine riesige Sportlandschaft aufgestellt: Mitmachstationen, Parcour, Soccer- und ein Tennis-Court. Letztes Jahr war die Veranstaltung ein großer Erfolg. Dieses Jahr fällt der letzte Tag buchstäblich ins Wasser. Während die Sportmeile am Freitag vom letzten Regenguss noch dampft, bebt aber immerhin in einem Zelt der Boden. Zumba.

Inaktivität reduziert den IQ

Unter dem Motto "Gesund und fit im Job" bietet dort die Deutsche Rentenversicherung Hessen gemeinsam mit der Sportklinik Bad Nauheim und anderen Partnern kleine Mitmach-Aktivitäten, Live-Cooking, einen Fitness-Test sowie Vorträge an. "Bewegungsmangel bedeutet Lebenszeitverlust", warnt Dr. Ulf Seifart, Chefarzt der Reha-Klinik Sonnenblick. Inaktivität führe zu Kraftverlust, reduziere gesundheitsförderliche "Killer-Zellen" und sogar den IQ. Die guten Botschaften: Viele Folgen von Bewegungsmangel lassen sich reparieren und es nie zu spät, was für den Körper zu tun.    

Der T-Shirt als Indikator

„Langsam in mehr Bewegung einsteigen“, rät Seifert. Er hat einen ganz praktischen Tipp für alle, die den (Wieder-) Einstieg in der Sport wagen: „Es reicht, wenn am Anfang das T-Shirt leicht feucht ist. Es muss nicht nassgeschwitzt sein.“ Einfach nur spazieren sei völlig in Ordnung: „Eine halbe Stunde Bewegung am Tag reicht, um das Risiko an einer der fünf großen Volkskrankheiten – Herzinfarkt, Krebserkrankungen, Schlaganfall, Bluthochdruck und Diabetes – signifikant zu reduzieren.“

Doch selbst dieses große Versprechen reicht oft nicht, um Menschen dauerhaft in Bewegung zu bringen. Deshalb rät Seifart Zaudernden: „Melden Sie sich in einem Sportverein an.“ Ein wenig Gruppendruck und der Spaß in der Gemeinschaft Sport zu treiben, das lasse den inneren Schweinehund schrumpfen. „Ein halbes Jahr dauert es meist schon, bis sich so ein Lebenswandel etabliert hat“, so Seifart: „Doch danach will man nicht mehr ohne Bewegung oder Sport leben.“

Bei der Ernährung macht´s die Abwechslung

Paart man die neue Freude an der Bewegung dann noch mit einer guten Ernährung, hat man wirklich alles richtig gemacht. „Morgens Obst, Getreideflocken, Vollkornbrötchen mit Honig oder Schokocreme, dazu was trinken. Das bringt Energie für den Tag“, sagt Günter Wagner vom Deutschen Institut für Sporternährung: „Mittags dann jede Art von Gemüse, Fischgerichte, einen Eintopf – Hauptsache eine geringe Magenverweilzeit.“ Das Schnitzelkoma lässt grüßen. Der Tag dürfe dann auch herzhaft enden: „Low carb, high protein“ – wenig Kohlenhydrate, viel Protein sei das Motto. Fleisch darf sein, Brot weniger.

Mit Präventionsprogrammen Reha vorbeugen

Prävention kann so einfach sein. Die Deutsche Rentenversicherung Hessen (DRV Hessen), Partner der Veranstaltung, hat sich die Prävention schon früh auf die Fahnen geschrieben. Das Land Hessen unterzeichnete 2016 als erstes Bundesland eine Landesrahmenvereinbarung zum Präventionsgesetz. Eine der Unterzeichnerinnen: Die DRV Hessen. Zusammen mit anderen Sozialversicherungsträgern versucht sie, den Präventionsgedanken bei Versicherten zu fördern.

So richten sich spezielle Präventionsprogramme direkt an Menschen, die zwar noch nicht krank sind, aber berufliche Belastungen tragen. Zu ihnen gehören Alleinerziehende, Arbeitnehmer in Schichtdienst oder Pendler mit langen Westrecken. Sie erhalten auf Kosten der Rentenversicherung mehrwöchige Trainings, Ernährungsberatung oder Unterricht für den Umgang mit Stress.

„Wir sehen das als eine unseren wichtigsten Leistungen“, betont Brigit Büttner, Vorsitzende der Geschäftsführung der DRV Hessen. Das Credo der Rentenversicherung laute: „Prävention vor Reha vor Rente“. Auch intern fühle man sich dem Präventionsgedanken verpflichtet: „Neben einem breiten Angebot für Betriebssport gibt es zum Beispiel unser Programm ´Gesund durchstarten´ für Auszubildende.“ In Modulen zur Ernährung, Bewegung, Sucht und Stress lernen die jungen Kollegen Eigenverantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen.

Und das tun sich auch: Sie sind es, die beim Zumba ganz vorne mitmachen. Die Älteren sind zurückhaltender. Wie war das? „Langsam einsteigen“ hat Dr. Ulf Seifert geraten. Aber wenn alles klappt, stehen die Zaghaften nächsten Jahr in der ersten Reihe. Dann hoffentlich wieder unter strahlend blauem Himmel.


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