Ihre-Vorsorge Logo

Linke: Keine Nachhaltigkeit in der Ampel-Rentenpolitik

In einer Bundestagsdebatte zur Mindestrücklage der Rentenversicherung wirft die Opposition der Bundesregierung mangelnde Solidität vor.

Artikel vorlesen

Tags

Autor / Quelle

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Leerer Plenarsaal im Bundestag mit Bundesadler. Bild: IMAGO / imagebroker / Valentin Wolf

© Nicht definiert

Berlin (sth). Die Oppositionsparteien im Bundestag werfen der Bundesregierung eine unsolide Rentenpolitik vor. Beim Beschluss der Rentenreform 2018, bei der für das Rentenniveau und den Rentenbeitrag sogenannte Haltelinien bis zum Jahr 2025 festgelegt wurden, habe die schwarz-rote Bundesregierung für das Jahr 2022 eine Sonderzahlung an die Rentenversicherung von 500 Millionen Euro ins Gesetz geschrieben, erklärte der Linken-Rentenpolitiker Matthias W. Birkwald am Freitag im Bundestag. "Und die hat die Koalition gestern (am Donnerstag, d. Red.) komplett aus dem Haushalt gestrichen. Damit verschärfen Sie die Finanzprobleme der gesetzlichen Rente und Sie lassen das die Rentnerinnen und Rentner mit Nullrunden und Nachholfaktor bitter spüren", warf Birkwald den Ampel-Parteien vor.  

Der Linken-Abgeordnete forderte bei der Debatte zu einem Gesetzentwurf seiner Partei, die Mindestrücklage der Rentenversicherung von derzeit 0,2 auf künftig 0,4 Monatsausgaben zu erhöhen. Grund dafür sei die absehbare Entwicklung in den Kassen der gesetzlichen Rentenversicherung. Demnach werde das Finanzpolster der Rentenversicherung von etwa 1,6 Monatsausgaben Ende 2021 bereits bis 2024 auf wenig mehr als die gesetzlich geforderte Mindestreserve absinken. In diesem Zusammenhang erinnerte Birkwald an die Probleme der Rentenversicherung im Herbst 2005, als die Rentenkassen nur dank einer Liquiditätshilfe des Bundes von 600 Millionen Euro zahlungsfähig blieben.

"Bei der Rente richtig rechnen"

Der CDU-Rentenpolitiker Markus Reichel gestand der Linken zu, dass ihr Antrag "durchaus in die richtige Richtung" gehe. Die rentenpolitischen Vorstellungen der Linken insgesamt gingen jedoch "an der Realität vorbei" und seien "in keiner Weise durchgerechnet". Gerade bei der Rente müsse die Politik jedoch "richtig rechnen", forderte Reichel. Zwar werde die Nachhaltigkeitsrücklage tatsächlich in den kommenden Jahren bis nahe an die Mindestrücklage sinken, räumte der Unions-Politiker ein. Doch reiche es aus, wenn die Finanzreserve der Rentenversicherung – wie von der früheren Regierungs-Rentenkommission gefordert – mindestens 0,3 statt der von der Linken geforderten 0,4 Monatsausgaben umfasse. Reichel begründete sein Votum damit, dass eine höhere Rücklage die Beitragszahler belaste und diese angesichts der aktuellen Inflationsrate derzeit keine weiteren "unbedachten Zusatzbelastungen" brauchten.

Der Grünen-Rentenexperte Markus Kurth verteidigte die Rentenpolitik der Ampel-Regierung. Angesichts der Ende 2021 vorhandenen Renten-Rücklage von 39 Milliarden Euro bestehe angesichts der aktuellen politischen Unsicherheiten noch ein "ausreichender Puffer, um nicht aktionistisch zu handeln". Die Bundesregierung habe bis zum Erreichen der Mindestrücklage noch mehr als zwei als Jahre Zeit, um "vorausschauend zu handeln. Und das werden wir als Ampel-Koalition auch tun", kündigte Kurth an. 

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Über die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren wird in der Koalition heftig gestritten. Die Rentenkommission hat ihre Abschaffung vorgeschlagen; in CDU und SPD regt sich dagegen Widerstand.

Time
2 Minuten

Ob vorgezogener Ruhestand oder Regelaltersrente: Wann Versicherte in Rente gehen können und wie hoch ihre Bezüge ausfallen würden, erkennt man in der neuen Rentenauskunft nun auf einen Blick.

Time
2 Minuten

Der Grundrentenzuschlag bietet Unterstützung für Menschen mit langer Versichertenzeit und niedrigem Einkommen. Die Höhe des Zuschlags wird jedes Jahr überprüft.

Time
1 Minuten

Wer einen Angehörigen pflegt bekommt dafür unter Umständen einen Zuschlag zur Rente. Dafür müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein.

Time
4 Minuten

Die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente wird derzeit heiß diskutiert – nicht aber die Höhe der in Zukunft zu zahlenden Abschläge. Die Bundesbank sieht Handlungsbedarf.

Time
2 Minuten

Eltern können für die Kinderbetreuung Rentenpunkte bekommen, wenn sie im Job kürzergetreten sind. Doch die Rentenversicherung schreibt die Zeiten nicht automatisch gut.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026