Berlin (sth). Die Bundesregierung will trotz erheblicher Kritik weiter an der als “Rente mit 63” bekannt gewordenen abschlagsfreien Altersrente für besonders langjährig Versicherte festhalten. Wie die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesarbeitsministerium (BMAS), Kerstin Griese (SPD), in ihrer Antwort (hier: S. 19f.) auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten Thomas Seitz mitteilte, seien in dieser Frage “keine Änderungen geplant”. Zur Begründung verwies Griese darauf, dass diese Altersrente Menschen offen stehe, “die ihr Arbeitsleben bereits in jungen Jahren begonnen und über Jahrzehnte hinweg durch Beschäftigung, selbstständige Tätigkeit und Pflege sowie Kindererziehung ihren Beitrag zur Stabilisierung der gesetzlichen Rentenversicherung geleistet haben”.
Aus der Antwort des BMAS geht auch hervor, dass die Zahl der Antragsteller auf eine abschlagsfreie Altersrente nach mindestens 45 Versicherungsjahren im vergangenen Jahr offenbar deutlich gestiegen ist. Demnach wollten allein in den Monaten Januar bis November 2023 etwa 288.500 Beschäftigte nach besonders langer Erwerbsbiografie ohne Abzüge in den Ruhestand treten. Das waren über 13 Prozent mehr als im gesamten Jahr 2022. Zwischen 2015 - dem ersten vollen Jahr nach dem Inkrafttreten des Gesetzes zur “Rente mit 63” - und 2022 hatten jeweils zwischen etwa 240.000 und 260.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine vorzeitige abschlagsfreie Rente beantragt.
