Berlin (sth). Immer mehr Menschen der sogenannten Babyboomer-Generation in Deutschland werden in den kommenden Jahren in den Ruhestand treten – und dann im Schnitt mindestens 20 Jahre lang eine Rente beziehen. Aktuelle Anzeichen dieser Entwicklung, die für die jüngere Generation der Beschäftigten, die Unternehmen und den Staat in den kommenden Jahrzehnten eine erhebliche Herausforderung darstellen, gehen aus am Dienstag veröffentlichten neuen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung hervor. Demnach ist die Zahl der Bezieher einer gesetzlichen Altersrente im vergangenen Jahr auf knapp 18,5 Millionen gestiegen. Das waren fast exakt 100.000 Rentnerinnen und Rentner mehr als ein Jahr zuvor – und rund drei Millionen mehr als zur Jahrtausendwende.
Die größte Gruppe unter den sogenannten Bestandsrentnern stellen – wie seit Jahrzehnten – die knapp 7,7 Millionen Empfängerinnen und Empfänger einer Regelaltersrente dar. Diese Rente steht Frauen und Männern zu, die weniger als 35 Versicherungsjahre durch Erwerbsarbeit, Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen in der Rentenversicherung erworben haben. Auch Zuwanderer, die in Deutschland oder in ihren Herkunftsländern relativ wenige Erwerbsjahre oder Zeiten für die Familie zurückgelegt haben, erhalten ab ihrer Altersgrenze eine Regelaltersrente. Diese – kurzen – Versicherungsbiografien schlagen sich auch in der vergleichsweise geringen Rentenhöhe nieder: Durchschnittlich kassierten Frauen 2020 eine monatliche Netto-Regelaltersrente von 563 Euro, Männer mit knapp 893 Euro dagegen fast 330 Euro mehr.
Rentenbestand 2020: Zahl der Bezieher einer Altersrente

Zahl der Altersrenten für Frauen und nach Altersteilzeit sinkt langsam
Die Bedeutung der anderen Wege zur Altersrente ändert sich nur langsam. So nimmt die Altersrente für Frauen, die für nach 1951 geborene Beschäftigte nicht mehr erhältlich ist, in der Rangliste der beliebtesten Ruhestandsbezüge mit 3,32 Millionen noch immer mit Abstand vor den weiteren Renten Platz 2 ein. Dahinter folgen
- die Altersrente für langjährig Versicherte (2,12 Millionen)
- die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit (1,84 Millionen) – für nach 1951 geborene Beschäftigte ebenfalls nicht mehr zugänglich
- die Altersrente für schwerbehinderte Menschen (1,82 Millionen) und
- die Altersrente für besonders langjährig Versicherte (1,65 Millionen).
Rentenbestand 2020: Durchschnittliche Höhe der Altersrente in Euro

- Informationen über die Altersrenten auf dem Statistikportal der Deutschen Rentenversicherung > Rente > Rentenbestand > Renten wegen Alters nach SGB VI
Der Rentenschätzer hilft Ihnen zu schätzen, wie hoch Ihre spätere Rente in unterschiedlichen Szenarien ausfallen kann.