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Europäische Rentensysteme trotz Krisen stabil

EU legt neuen Bericht zur Angemessenheit der staatlichen Renten vor. Auswirkungen der Corona-Krise auf künftige Renten sind begrenzt.

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Kreis von Fahnenmasten mit europäischen Flaggen. Bild: IMAGO / YAY Images / fifg

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Brüssel (dsv/sth). Die staatlichen Rentensysteme in der Europäischen Union (EU) haben sich auch während der Corona-Pandemie und des anhaltenden Angriffskriegs von Russland gegen die Ukraine als stabil erwiesen. Das geht aus dem jetzt von der Europäischen Kommission und dem EU-Sozialschutzausschuss erarbeiteten Bericht zur Angemessenheit der Renten hervor. Der alle drei Jahre erstellte Bericht ergänzt auf europäischer Ebene den Ageing Report, in dem die finanziellen Risiken, die mit der Alterung der Gesellschaften in den EU-Staaten zusammenhängen, analysiert werden.

Die europäischen Rentensysteme haben dem Angemessenheitsbericht zufolge die Auswirkungen der Corona-Krise und des Krieges Russlands gegen die Ukraine auf die derzeit gezahlten Renten “deutlich abgefedert”. Die Auswirkungen der Corona-Krise auf künftige Renten hätten insbesondere aufgrund von Maßnahmen wie dem Kurzarbeitergeld begrenzt werden können, heißt es. Während des starken Inflationsanstiegs in den Vorjahren sei die sogenannte Rentenindexierung - die Rentenerhöhung entsprechend der Lohnentwicklung oder der Inflation - zudem ein wichtiger politischer Hebel gewesen, um ältere Menschen vor Einkommensverlusten zu schützen. Kapitalgedeckte Rentensysteme seien im Berichtszeitraum dagegen starken Schwankungen unterworfen gewesen, heißt es.

Gender Pension Gap verrin­gert sich

Der geschlechtsspezifische Unterschied der Renten von Männern und Frauen - der sogenannte Gender Pension Gap - ist laut dem EU-Bericht in den vergangenen Jahren “deutlich zurückgegangen”. In der EU sei er seit 2014 von 35 auf 22 Prozent gesunken, in Deutschland von 45 auf 28 Prozent. “Allerdings sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Armutsrisiko von Älteren, der Rentenhöhe und der Rentenabdeckung konstant geblieben”, räumt der Bericht ein. Auch seien über 75-jährige Frauen besonders stark von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen.

Der Anstieg der Lebenserwartung hat sich in der EU dem Bericht zufolge in den letzten zehn Jahren verlangsamt. Dieser längerfristige Trend sei durch die sogenannte Übersterblichkeit während der Corona-Pandemie noch verstärkt worden. So sei zwischen 2020 und 2022 die Zahl der älteren Menschen zurückgegangen und die fernere Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren gesunken.

Durchschnittlich 21 Jahre im Ruhestand

Im Durchschnitt kann ein Europäer laut dem Angemessenheitsbericht damit rechnen, 21 Jahre seines Lebens im Ruhestand zu verbringen. Dies ist ein Rückgang um 0,3 Jahre gegenüber dem Jahr 2019 - dem letzten vor der Pandemie. In Deutschland lag die durchschnittliche Rentenbezugsdauer im Jahr 2022 demnach bei 19,8 Jahren, gegenüber 2019 ein Rückgang von 0,7 Jahren.

Modellrechnungen in dem Bericht prognostizieren für die Renten in der EU einen Rückgang der Lohnersatzraten durch die Rente für die nächsten vier Jahrzehnte. Diese Einschätzung entspricht den Ergebnissen früherer EU-Berichte. In dem Bericht wird daher die “Verlängerung der Lebensarbeitszeit befürwortet, um die Angemessenheit der Rente auch zukünftig sicherstellen zu können”. In diesem Zusammenhang wird betont, dass die Bekämpfung der ungleichen Lebenserwartung eine zentrale Herausforderung der Rentenpolitik sei. Eine weitere große sozialpolitische Herausforderung stelle zudem die künftige Absicherung des Pflegebedarfs dar.


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