Ihre-Vorsorge Logo

Fast drei Millionen Renten gehen an Zugewanderte

Zahlungen an Senioren, Erwerbsgeminderte und Hinterbliebene mit nicht-deutschem Pass sind oft deutlich niedriger als die an deutsche Rentner.

Artikel vorlesen

Tags

Autor / Quelle

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Menschenmenge in einer Einkaufsstraße in Köln. Bild: IMAGO / Future Image

© Nicht definiert

Berlin/Frankfurt am Main (sth). Die steigende Zahl von ausländischen Beschäftigten und Selbstständigen, die Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen, schlägt sich auch in immer mehr Rentenzahlungen an Zugewanderte nieder. Nach den jüngsten vorliegenden Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) wurden im Jahr 2023 knapp drei Millionen Renten an Rentnerinnen und Rentner mit nicht-deutschem Pass gezahlt. Der größte Teil davon waren knapp 2,1 Millionen Altersrenten. Etwa 191.300 Renten flossen auf die Konten ausländischer Erwerbsgeminderter, etwa 652.000 an Witwen und Witwer. Dazu kamen mehr als 49.000 Renten für ausländische Waisen und etwa 1.200 Erziehungsrenten für geschiedene Elternteile mit minderjährigen Kindern, deren Ex-Ehepartner verstorben ist.

An Ausländer gezahlte Renten sind im Schnitt deutlich niedriger als die Renten für deutsche Rentnerinnen und Rentner. Den DRV-Daten zufolge bekamen deutsche Bezieherinnen und Bezieher einer Altersrente im Jahr 2023 monatlich im Schnitt 1163 Euro überwiesen, Ausländerinnen und Ausländer 614 Euro. Ein wesentlicher Grund für die große Differenz dürfte darin bestehen, dass die Zuwanderer häufig nur einen Teil ihres Erwerbslebens in Deutschland zurückgelegt oder neben der Kindererziehung nur wenige Erwerbszeiten haben. Zudem sind viele von ihnen in geringer bezahlten Jobs beschäftigt als deutsche Versicherte.

Auch Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten niedriger

Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten für ausländische Versicherte fallen im Schnitt ebenfalls erheblich geringer aus die Bezüge von Deutschen. Die Nettobezüge nicht mehr erwerbsfähiger Frauen und Männer mit ausländischem Pass waren mit 739 Euro um knapp 27 Prozent geringer als die Zahlungen an erwerbsgeminderte Deutsche (im Schnitt 1007 Euro). Die mehr als 596.000 Renten für ausländische Witwen waren mit durchschnittlich 390 Euro ebenfalls deutlich niedriger als die mehr als 3,8 Millionen Renten für deutsche Frauen, deren Mann verstorben ist (820 Euro). Bei den Bezügen männlicher Bezieher einer Hinterbliebenenrente fällt der Unterschied zwischen Ausländern und Deutschen mit im Schnitt 300 Euro (Ausländer) zu 428 Euro (Deutsche) nicht ganz so gravierend aus.  

Unterschiedlich ist auch die Höhe der Rentenansprüche der verschiedenen Nationalitäten-Gruppen. Vergleichsweise hohe Altersrenten bekamen im Jahr 2023 laut Rentenversicherung vielfach bereits seit Jahrzehnten in Deutschland lebende ehemalige Beschäftigte aus den nordafrikanischen Ländern Marokko und Tunesien (im Schnitt zwischen 850 und 860 Euro), den asiatischen Staaten Indien und Jordanien (835 bzw. 819 Euro) und den europäischen Ländern Rumänien, Polen, Türkei und Serbien. Rumänen erhielten den DRV-Daten zufolge im Schnitt Nettobezüge von etwa 835 Euro; Polen, Türken und Serben kamen mit durchschnittlich rund 792 bis 796 Euro Euro ebenfalls auf vergleichsweise hohe Altersrenten. Die niedrigsten Renten für europäische Senioren bekamen frühere Beschäftigte aus der Ukraine und Litauen (zwischen 210 und und knapp 223 Euro monatlich).    

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Krempelt die Koalition die Rente wie angekündigt um – trotz aller Widerstände auch in den Reihen von CDU und SPD? Schwarz und Rot bemühen sich, die Reihen zu schließen.

Time
1 Minuten

Die Deutsche Rentenversicherung bietet kostenlose Onlinevorträge zu unterschiedlichen Themen an – auch zur Frage, welche Leistungen Hinterbliebene erhalten können.

Time
2 Minuten

Ab Januar 2027 gilt das neue GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Es wird auch als Krankenkassen-Reform bezeichnet. Was sich für Menschen ändert, die arbeiten und Altersrente in Teilrente beziehen.

Time
2 Minuten

Das Ende der abschlagsfreien Frührente nach 45 Beitragsjahren ist ein Zankapfel der geplanten Rentenreform. Thorsten Frei wendet sich gegen SPD-Vorstellungen, wie lang die Übergangsfrist sein soll.

Time
2 Minuten

Setzt die Koalition die Rentenreform um oder überlegt es sie sich bei der populären „Rente mit 63“ noch einmal anders? Die Sozialministerin will die Reform – und macht ein Versprechen.

Time
2 Minuten

Der Kanzler macht auch nach der CDU-Schlappe in Sachsen-Anhalt klar, dass große Gesetzesvorhaben weitergehen sollen. Bei der Rente signalisiert er Gesprächsbereitschaft über eine heikle Frage.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026