Berlin/Frankfurt am Main (sth). Die steigende Zahl von ausländischen Beschäftigten und Selbstständigen, die Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen, schlägt sich auch in immer mehr Rentenzahlungen an Zugewanderte nieder. Nach den jüngsten vorliegenden Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) wurden im Jahr 2023 knapp drei Millionen Renten an Rentnerinnen und Rentner mit nicht-deutschem Pass gezahlt. Der größte Teil davon waren knapp 2,1 Millionen Altersrenten. Etwa 191.300 Renten flossen auf die Konten ausländischer Erwerbsgeminderter, etwa 652.000 an Witwen und Witwer. Dazu kamen mehr als 49.000 Renten für ausländische Waisen und etwa 1.200 Erziehungsrenten für geschiedene Elternteile mit minderjährigen Kindern, deren Ex-Ehepartner verstorben ist.
An Ausländer gezahlte Renten sind im Schnitt deutlich niedriger als die Renten für deutsche Rentnerinnen und Rentner. Den DRV-Daten zufolge bekamen deutsche Bezieherinnen und Bezieher einer Altersrente im Jahr 2023 monatlich im Schnitt 1163 Euro überwiesen, Ausländerinnen und Ausländer 614 Euro. Ein wesentlicher Grund für die große Differenz dürfte darin bestehen, dass die Zuwanderer häufig nur einen Teil ihres Erwerbslebens in Deutschland zurückgelegt oder neben der Kindererziehung nur wenige Erwerbszeiten haben. Zudem sind viele von ihnen in geringer bezahlten Jobs beschäftigt als deutsche Versicherte.
Auch Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten niedriger
Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten für ausländische Versicherte fallen im Schnitt ebenfalls erheblich geringer aus die Bezüge von Deutschen. Die Nettobezüge nicht mehr erwerbsfähiger Frauen und Männer mit ausländischem Pass waren mit 739 Euro um knapp 27 Prozent geringer als die Zahlungen an erwerbsgeminderte Deutsche (im Schnitt 1007 Euro). Die mehr als 596.000 Renten für ausländische Witwen waren mit durchschnittlich 390 Euro ebenfalls deutlich niedriger als die mehr als 3,8 Millionen Renten für deutsche Frauen, deren Mann verstorben ist (820 Euro). Bei den Bezügen männlicher Bezieher einer Hinterbliebenenrente fällt der Unterschied zwischen Ausländern und Deutschen mit im Schnitt 300 Euro (Ausländer) zu 428 Euro (Deutsche) nicht ganz so gravierend aus.
Unterschiedlich ist auch die Höhe der Rentenansprüche der verschiedenen Nationalitäten-Gruppen. Vergleichsweise hohe Altersrenten bekamen im Jahr 2023 laut Rentenversicherung vielfach bereits seit Jahrzehnten in Deutschland lebende ehemalige Beschäftigte aus den nordafrikanischen Ländern Marokko und Tunesien (im Schnitt zwischen 850 und 860 Euro), den asiatischen Staaten Indien und Jordanien (835 bzw. 819 Euro) und den europäischen Ländern Rumänien, Polen, Türkei und Serbien. Rumänen erhielten den DRV-Daten zufolge im Schnitt Nettobezüge von etwa 835 Euro; Polen, Türken und Serben kamen mit durchschnittlich rund 792 bis 796 Euro Euro ebenfalls auf vergleichsweise hohe Altersrenten. Die niedrigsten Renten für europäische Senioren bekamen frühere Beschäftigte aus der Ukraine und Litauen (zwischen 210 und und knapp 223 Euro monatlich).
