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Grundrentenbezieher sind häufiger im Job

Wer Grundrente bekommt, arbeitet häufiger als andere Ruheständler. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin. Ein Fazit der Forscher: Offenbar reicht der Grundrentenzuschlag nicht aus.

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Rentnerin jobbt in Gärtnerei. Bild: IMAGO / Panthermedia / leaf

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Berlin (kr). Rund 1,4 Millionen Menschen oder gut fünf Prozent aller Rentnerinnen und Rentner erhalten Grundrente – drei Viertel von ihnen sind Frauen. Im Durchschnitt bekommen sie 102 Euro im Monat, bei Männern sind es 82 Euro. Das haben Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) auf Basis von Daten der Deutschen Rentenversicherung ermittelt.

Ihre Bilanz der im Jahr 2021 eingeführten Grundrente lautet: “Viele Grundrentenberechtigte sind auch in der Altersrente noch erwerbstätig, zum überwiegenden Teil auf Minijob-Basis”, so Studienautor Peter Haan, Leiter der Abteilung Staat im DIW Berlin. “Die hohe Erwerbstätigenquote deutet darauf hin, dass der Grundrentenzuschlag nicht ausreicht, um vor Einkommensarmut zu schützen.” Unter den 63- bis 74-Jährigen arbeiteten 22 Prozent der Grundrentenbeziehenden, während es unter denjenigen ohne Grundrentenanspruch nur 16 Prozent seien.

Auch hier gebe es Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Unter den Beziehenden der Grundrente sind 23,9 Prozent der Frauen und 21,5 Prozent der Männer erwerbstätig, unter denen ohne Anspruch auf Grundrente nur 18,9 Prozent der Frauen und 13,5 Prozent der Männer. 

Mitautor Hermann Buslei schließt daraus: “Erwerbstätigkeit in der Altersrente kann den Grundrentenzuschlag mindern oder sogar verhindern.” Neben den 1,4 Millionen Grundrentenbeziehenden seien weitere rund 1,3 Millionen Rentnerinnen zwar aufgrund ihrer Erwerbsbiografie anspruchsberechtigt, erhielten den Zuschlag zur Rente aber wegen zu hoher Einkommen nicht. Neben den Versicherungsverläufen entscheide auch das aktuelle Einkommen und gegebenenfalls das Partnereinkommen über den Bezug der Grundrente.

Die Erwerbstätigkeit sei also für Grundrentenbeziehende eine Gratwanderung, da dadurch ihr Einkommen steigt und sie ihre Anspruchsberechtigung verlieren könnten. Um den Arbeitsanreiz zu erhalten, empfehlen die Autoren einen höheren Steuerfreibetrag auf das Erwerbseinkommen. Die aktuell diskutierte Aktivrente könne für Grundrentenbeziehende eine lohnende Option sein. 

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