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Ost-Ministerpräsidenten lehnen höheres Renteneintrittsalter ab

Nach der Forderung der Bundeswirtschaftsministerin zur längeren Lebensarbeitszeit stellen die Regierungschefs von Brandenburg und Thüringen klar: Für viele Menschen sei das nicht machbar.

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Gebäude des Bundesrates von außen.

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Das Gebäude des Bundesrats. Foto: Imago

Potsdam (dpa/sth). Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und sein Thüringer Amtskollege Mario Voigt (CDU) halten nichts von einer Erhöhung des Renteneintrittsalters. “Für viele Menschen, die hart arbeiten, wie im Straßenbau, Dachdecker und in weiteren Berufen ist es nicht möglich”, sagte Woidke der “Märkischen Allgemeinen” (Mittwoch). Wer so etwas fordere, schaffe Verunsicherung bei den Menschen. 

Auch Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt wandte sich gegen einen späteren Renteneinstieg und warnte vor “Belastungsdebatten”. “Ich lehne ein höheres Renteneinstiegsalter entschieden ab”, sagte der CDU-Politiker dem Magazin “Stern”. “Für viele Menschen, vor allem in körperlich belastenden Berufen, ist ein solches Modell realitätsfern und schlicht nicht zumutbar.”

“Statt immer neue Belastungsdebatten zu führen, brauchen wir ein Rentensystem, das fair ist”, mahnte Voigt. Dies gelte gegenüber denen, die jahrzehntelang eingezahlt hätten, aber auch gegenüber künftigen Generationen. Notwendig seien flexible Übergänge statt starrer Altersgrenzen. So sollte jeder, der über das gesetzliche Rentenalter hinaus arbeiten wolle, das freiwillig tun können. Voigt betonte: “Wer ein Leben lang gearbeitet hat, hat ein Recht auf einen würdevollen Ruhestand – und auf eine Rente, von der man leben kann.”

Debatte über längere Lebensarbeitszeit

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte am Wochenende eine Debatte über eine längere Lebensarbeitszeit ausgelöst. “Der demografische Wandel und die weiter steigende Lebenserwartung machen es unumgänglich: Die Lebensarbeitszeit muss steigen”, hatte die CDU-Politikerin der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” gesagt. “Wir müssen mehr und länger arbeiten.” Die Regelaltersgrenze für die Rente ohne Abschläge wird seit 2012 und bis 2031 schrittweise von 65 Jahren auf 67 Jahre angehoben. Unterstützung erhielt Reiche aus der Wirtschaft. Die Bundesregierung plant derzeit kein höheres Eintrittsalter für die Rente. 


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