Berlin/Frankfurt am Main (sth). Einen Job neben dem Bezug einer gesetzlichen Altersrente nehmen vor allem Rentnerinnen und Rentner auf, die bis kurz vor Rentenbeginn noch gearbeitet haben. Das geht aus einer jetzt veröffentlichten Studie der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervor. Demnach hätten rund 60 Prozent aller Rentenbezieher, die 2020 und 2021 ihre erste gesetzliche Altersrente überwiesen bekamen, einen „nahtlosen Übergang“ aus der Beschäftigung in die Rente geschafft. Bei diesen früheren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern trete Hinzuverdienst mit 30 Prozent “überdurchschnittlich häufig auf”, heißt es in der Studie.
Unter Neurentnerinnen und -rentnern, die vor Rentenbeginn nicht berufstätig waren, sei der Anteil mit einem Hinzuverdienst mit etwa sechs Prozent dagegen “sehr gering” gewesen, stellten die DRV-Analytiker fest. Die Berufstätigkeit vor Rentenbeginn stelle daher ”einen wichtigen Faktor für Beschäftigung im Ruhestand dar". Politische Maßnahmen, die eine höhere Beschäftigungsrate vor dem Renteneintritt zum Ziel hätten, könnten sich deshalb “positiv auf die Weiterbeschäftigung nach dem Renteneintritt auswirken”, so die Studienautoren.
Überdurchschnittlich oft stellte die DRV-Studie Einkommen neben dem Rentenbezug bei Empfängern der Altersrente für besonders langjährig Versicherte fest. Diese Rentnerinnen und Rentner können mindestens 45 Jahre in der Rentenversicherung vorweisen und beziehen laut DRV-Statistik die höchsten Renten. “Jeder vierte Bezieher dieser abschlagsfreien Rente übte vor der Regelaltersgrenze eine Beschäftigung aus”, heißt es in der Studie. Von den Rentnerinnen und Rentnern mit geringeren Versicherungszeiten sei dagegen vor der - individuell unterschiedlichen - Regelaltersgrenze “nur jeder sechste beschäftigt” gewesen. Bezieherinnen und Bezieher kleiner Renten würden also im Alter seltener arbeiten, so das Fazit der DRV-Fachleute.
