Berlin/Frankfurt (sth). Immer mehr Menschen in Deutschland sind gesetzlich rentenversichert. Laut vorläufigen Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) für das Jahr 2022 kletterte die Zahl der von den 16 Rentenversicherern erfassten Menschen, die generell Anspruch auf Leistungen der Rentenversicherung haben, zum Ende des vorvergangenen Jahres auf fast 58 Millionen. Das waren knapp eine Million mehr als Ende 2021 und rund acht Millionen mehr als 1992 - dem ersten Jahr, für das Zahlen für das wiedervereinigte Deutschland vorliegen. Damit hatten hierzulande so viele Frauen und Männer wie nie zuvor im Alter, bei Erwerbsminderung oder – bei Tod eines Versicherten – die Hinterbliebenen Anspruch auf Leistungen der Rentenversicherung.
Zu den Rentenversicherten zählten Ende 2022 neben den rund 39,9 Millionen „aktiv“ Versicherten auch knapp 18,1 Millionen „passiv“ versicherte Bürgerinnen und Bürger. Als aktiv Versicherte gelten in der Rentenversicherung neben Beschäftigten und rentenversicherten Selbstständigen unter anderem Kindererziehende, Arbeitslose, im häuslichen Umfeld tätige Pflegepersonen und Minijobber. Zu den passiv Versicherten gehören zum Beispiel Hausfrauen und -männer, die nach Jahren der Kindererziehung nicht wieder ins Berufsleben eingestiegen sind und auf deren Rentenversicherungskonto deshalb keine Bewegung stattfindet.
32,9 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
Für die Rentenversicherung besonders wichtig sind die Beitragszahlungen der (Ende 2022) rund 32,9 Millionen versicherungspflichtig Beschäftigten und ihrer Arbeitgeber. Sie sorgten mit insgesamt rund 245,4 Milliarden Euro im Jahr 2022 allein für mehr als 89 Prozent der Beitragseingänge auf den Konten der Rentenversicherer. Eine weitere große Versichertengruppe waren im vorletzten Jahr etwa 1,02 Millionen Menschen, die sich in häuslicher Umgebung um pflegebedürftige Menschen kümmerten. Ihre Zahl ist seit der Pflegereform von 2017 um mehr als das Dreifache gestiegen. Deutlich kleiner, aber ebenfalls leicht wachsend ist die Gruppe der rentenversicherungspflichtigen Selbstständigen: Sie umfasste den neuen Daten zufolge knapp 333.000 Versicherte - knapp 2000 mehr als 2021.
Millionen Mütter und Väter profitieren darüber hinaus im Rentenalter von den Beiträgen, die der Bund für die Erziehung von Kindern an die Rentenversicherung zahlt („Kindererziehungszeiten“). Für diese Zeiten – seit 1992 die ersten drei Lebensjahre eines Kindes – flossen allein im Jahr 2023 laut dem aktuellen Finanzplan des Bundes etwa 17,3 Milliarden Euro in die Kassen der Rentenversicherung. Auch etwa 760.000 Arbeitslose, die Ende 2022 Arbeitslosengeld erhielten, haben als Versicherte Rentenansprüche: Für sie zahlte die Bundesagentur für Arbeit im vorletzten Jahr knapp vier Milliarden Euro an Rentenbeiträgen. Weiter rückläufig ist dagegen die Bedeutung der freiwilligen Versicherung: Nur noch 202.000 Frauen und Männer, die keine Pflichtbeiträge an die Rentenversicherung zahlen, erhielten mit ihren Beiträgen bestehende Rentenansprüche aufrecht – etwa 83.000 weniger als zehn Jahre zuvor.
