Ihre-Vorsorge Logo

Rechnungshof warnt vor steigenden Rentenausgaben

Allein die jüngsten Rentenreformen kosten bis 2025 fast 177 Milliarden Euro, so der Bundesrechnungshof. Besonders teuer: die Mütterrente.

Artikel vorlesen

Tags

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Menschenmenge in einer Einkaufsstraße in Köln. Bild: IMAGO / Future Image

© Nicht definiert

Berlin (dpa). Der Bundesrechnungshof betrachtet die rasant steigenden Rentenausgaben als beträchtliches Risiko für die Staatskasse und befürchtet eine Überforderung des Bundes.

Allein die Rentenreformen der jüngeren Vergangenheit hätten bis 2025 Mehrausgaben von rund 177 Milliarden Euro zur Folge, warnen die Bonner Rechnungsprüfer laut dem Nachrichtenportal „ThePioneer“. Das Medium beruft sich auf einen Bericht der Behörde an den Haushaltsausschuss des Bundestags, der die Zusatzbelastung des Staatshaushalts in den kommenden Jahren aufschlüsselt.

111 Milliarden für die Mütterrente

In seinem Report betrachtet der Rechnungshof die Auswirkungen aller Reformen der Alterssicherung seit 2014. Dazu zählen unter anderem die zweimalige Ausweitung der Mütterrente, die „Rente mit 63“, die neue Grundrente, Verbesserungen der Erwerbsminderungsrente sowie die sogenannte „doppelte Haltelinie“ – also das Einfrieren des gesetzlichen Rentenniveaus bei 48 Prozent und die auf 20 Prozent fixierte Obergrenze für den Beitragssatz.

Den größten Anteil an den Zusatzkosten hat dem Bericht zufolge die Mütterrente mit mehr als 111 Milliarden Euro bis 2025, gefolgt von der „Rente mit 63“, die mit gut 22 Milliarden Euro zu Buche schlägt. Aktuell sind im Bundeshaushalt über 100 Milliarden Euro für das System der gesetzlichen Rentenversicherung vorgesehen.

„Derzeit ist das Rentensystem so angelegt, dass zukünftig – wegen entsprechender gesetzlicher Regelungen zur Erhöhung der Zahlungen des Bundes – weitgehend automatisch weiter steigende Mittel des Bundes in die Rentenversicherung fließen“, heißt es in dem Bericht. „Dies birgt beträchtliche Haushaltsrisiken für den Bund.“

„Böses Erwachen“

FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke kritisierte angesichts des Rechnungshof-Berichts: „Folge dieser Rentenpolitik von Union und SPD wird sein, dass absehbar ein böses Erwachen kommt und dadurch das Vertrauen der Rentnerinnen und Rentner in solide Rentenpolitik erneut zerstört wird.“ Für die Zeit nach 2025 hat eine Regierungskommission Vorschläge gemacht. Sie empfiehlt Reformen, aber keinen grundlegenden Umbau etwa mit einem höheren Renteneintrittsalter. Sozialminister Hubertus Heil (SPD) hat bis zum Herbst eigene Vorschläge angekündigt.

Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Gesellschaftsforscher haben sich eine wichtige Zahl zur Rente genauer angeschaut: die statistische Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren. Wie nah liegt sie an der Wirklichkeit?

Time
6 Minuten

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt mehren sich Stimmen in der Regierungskoalition, die viele Reformpakete wieder aufschnüren wollen. Im Zentrum der Kritik: die Vorschläge der Alterssicherungskommission.

Time
2 Minuten

Der erstmalige Bezug von Altersrente lag 2025 laut Jahresbericht der deutschen Rentenversicherung bei durchschnittlich 64,7 Jahren.

Time
1 Minuten

Angst vor Lücken in der Rentenbiografie durch lange Krankheit oder private Krankenversicherung? Das lässt sich vermeiden.

Time
3 Minuten

Die Deutsche Rentenversicherung erklärt in einer neu aufgelegten Broschüre Abzüge auf der Gehaltsabrechnung – und was Arbeitnehmer davon haben.

Time
2 Minuten

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) sieht bei der Stärkung der gesetzlichen Rente Handlungsbedarf. Eine durchschnittliche Altersrente von weniger als 1.200 Euro sei „zu wenig“.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026