Berlin (dpa/sth). Eines scheint bei der Rente 2024 trotz der geplanten Kürzungen im Sozialetat des Bundeshaushalts sicher: Die rund 21,5 Millionen Rentnerinnen und Rentner können sich auf steigende Bezüge freuen. Aber es gibt auch Unsicherheiten und Warnungen. Die politisch wichtigsten aktuellen Entwicklungen:
Höhere Renten:
Rund 3,5 Prozent dürfte die Rentensteigerung im Juli bundesweit betragen. Hauptgrund ist die positive Lohnentwicklung. Bei einer Rente von 1000 Euro dürfte die Steigerung also etwa 35 Euro betragen. Wie hoch die Steigerung genau ausfällt, wird im Frühjahr anhand der dann feststehenden genauen Daten hierzu festgelegt. Auch für die kommenden Jahre sind Rentensteigerungen zu erwarten - und zwar in Höhe von 2,6 bis 3 Prozent, wie die Rentenversicherung bereits im Herbst vorausgesagt hatte.
Auswirkungen von geringen Zuschüssen:
Im Zuge von Einsparungen im Bundeshaushalt will die Regierung den Zuschuss des Bundes zur Rentenversicherung 2024 um weitere 600 Millionen Euro kürzen. Laut Rentenversicherung könnte der Beitragssatz deshalb doch früher als bisher gedacht steigen. Denn eine Kürzung der Zuschüsse habe einen schnelleren Abbau der Reserve der Rentenkasse zur Folge, der sogenannten Nachhaltigkeitsrücklage: “Um die Nachhaltigkeitsrücklage wieder aufzufüllen, muss der Beitragssatz zur Rentenversicherung früher als bislang vorgesehen angehoben werden.” Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, Gundula Roßbach, kritisierte deshalb die geplante weitere Kürzung der Zuschüsse: “Das ist keine verlässliche Finanzierung.”
Reform der Rente:
Wie es mit der Rente längerfristig weitergeht, ob die Sicherungskraft der Bezüge im Verhältnis zu den Löhnen gehalten wird und ob der Rentenbeitrag längerfristig stabilisiert werden kann, hängt nicht zuletzt von einer möglichen Rentenreform ab. Trotz Ankündigungen hat sich die Ampel-Regierung noch nicht auf einen Entwurf für den Start eines Gesetzgebungsverfahrens einigen können. Geplant ist, eine bestehende Haltelinie für das Rentenniveau von 48 Prozent im Verhältnis zu den Löhnen dauerhaft zu sichern. Derzeit gilt diese sogenannte Haltelinie für das Absicherungsniveau der gesetzlichen Rente bis 2025. Gleichzeitig soll mit dem Aufbau eines Kapitalstocks die langfristige Entwicklung des Beitragssatzes stabilisiert werden. Doch vor allem die Grünen stemmen sich dem Vernehmen nach gegen so einen milliardenschweren Kapitalstock, da die Kapitalmärkte zu unsicher seien.
