Frankfurt am Main (sth). Die vor zehn Jahren als „Rente mit 63“ bekannt gewordene Altersrente für besonders langjährig Versicherte war auch im Jahr 2022 bei Neurentnerinnen und -rentnern wieder besonders beliebt. Nach Daten der Deutschen Rentenversicherung, die ihre-vorsorge.de vorliegen, nutzten im vorvergangenen Jahr mehr als 262.000 Frauen und Männer die Rente für Versicherte mit 45 Versicherungsjahren als Tor zum Ruhestand. Das waren nach Analysen der Deutschen Rentenversicherung genau 30 Prozent der rund 875.000 neuen Altersrentnerinnen und -rentner. Dieser Zugang zur Rente sicherte sich damit erneut den zweiten Platz auf der Liste der populärsten Altersrenten. Nur die Regelaltersrente für Beschäftigte mit weniger als 35 Versicherungsjahren – zum Beispiel langjährige Hausfrauen und -männer – war noch häufiger der Weg zur Rente (rund 366.000 Neurentner).
Seit der Rentenreform von 2014 erweist sich die Altersrente für besonders langjährig Versicherte als Renten-Renner unter den Wegen in den Ruhestand. Nutzten 2013 nur rund 16.000 Beschäftigte die erst im Jahr 2012 eingeführte Rentenart – die zunächst auch nur einen sehr kleinen Vorteil gegenüber den anderen Altersrenten aufwies –, wuchs ihre Beliebtheit ab dem ersten Geltungstag der Neuregelung im Juli 2014 sprunghaft. Im ersten vollen Jahr nach ihrer Einführung – 2015 – schieden bereits 274.000 Frauen und Männer auf diesem Weg aus dem Berufsleben aus.
Für Frauen und Männer gleichermaßen attraktiv
Entgegen ursprünglicher Erwartungen vieler Fachleute erweist sich die Altersrente für besonders langjährig Versicherte nicht nur für männliche Facharbeiter als besonders attraktiv. Neben den rund 147.000 Männern, die 2022 diese Rente in Ansoruch nahmen, schieden auch etwa 115.000 Neu-Ruheständlerinnen vorzeitig ohne Abschläge aus dem Beruf aus. Allerdings unterscheidet sich die Rentenhöhe von besonders lang arbeitenden Frauen und Männern erheblich: Während männliche Beschäftigte nach 45 Beitragsjahren bei Rentenbeginn 2022 monatlich im Schnitt rund 1641 Euro ausgezahlt bekamen – also nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen –, blieben ihren ebenso lang berufstätigen Kolleginnen im Schnitt nur 1289 Euro.
Auch in den kommenden Jahren dürfte die Altersrente für besonders langjährig Versicherte attraktiv bleiben – obwohl die Altersgrenze für diese Rente inzwischen wieder auf 64 Jahre gestiegen ist und weiter Richtung 65 geht. Denn im Gegensatz zu vielen Beschäftigten, die künftig nur noch mit vergleichsweise hohen Abschlägen oder nach Zahlung hoher Sonderbeiträge an die Rentenversicherung vorzeitig eine ungekürzte Rente genießen können, steht Arbeitskräften nach 45 Beitragsjahren weiterhin eine vergleichsweise frühe und dennoch hohe Rente zu. Für Arbeitnehmer mit abgeschlossenem Studium bleibt diese Rente dagegen noch auf längere Sicht fast unerreichbar: Da Hochschulzeiten für die „Rente mit 63“ nicht angerechnet werden, dürften die meisten Hochschulabsolventen auch weiterhin über die „Altersrente für langjährig Versicherte” (die nach 35 Versicherungsjahren zugänglich ist, d. Red.) in den Ruhestand treten.
Berechnen Sie selbst, ab wann Sie frühestens mit und ohne Abschläge in Rente gehen können.
