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Wie Deutschland das Renteneintrittsalter weiter erhöhen könnte

Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt, warum in Ländern wie Japan, Neuseeland, Island, Norwegen und Schweden auch noch viele Menschen über 65 Jahren arbeiten.

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Arbeiter im Rentenalter in Fabrik mit gelbem Helm und Tablet. Bild: IMAGO / agefotostock / SeventyFour

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Auch in Deutschland könnten mehr Beschäftigte über 65 Jahren helfen, die hiesigen Alterssicherungssysteme zu entlasten.

Nürnberg (iab/sth). In Deutschland wie in vielen anderen Staaten der westlichen Welt erreichen die geburtenstarken Jahrgänge mehr und mehr das Rentenalter. Da weniger junge Arbeitskräfte in den Arbeitsmarkt nachrücken als Ältere ausscheiden, sinkt in zahlreichen Ländern die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte – trotz einer in vielen Staaten bereits angehobenen Altersgrenze. Auch Deutschland hebt die Regelaltersgrenze bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre an. Staaten wie Japan, Neuseeland, Island, Norwegen und Schweden weisen aber immer noch höhere Erwerbstätigenquoten Älterer als Deutschland auf. Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bei der Bundesagentur für Arbeit hat jetzt untersucht, wie es diesen Ländern gelingt, mehr Beschäftigte auch im höheren Lebensalter noch im Erwerbsleben zu halten. 

Der Studie geht es darum, Anhaltspunkte dafür zu gewinnen, warum das Beschäftigungsniveau älterer Arbeitnehmer in den genannten Ländern noch höher ist als hierzulande. Zwar habe Deutschland bei der Beschäftigung Älterer in den letzten Dekaden “deutlich aufgeholt”, so der Studienautor. Dies gelte insbesondere für die 50-64-Jährigen. Ein größerer Rückstand bestehe allerdings noch immer bei den 65- bis 74-Jährigen. Ein Grund dafür sei, dass in Deutschland derzeit “gegenläufige Entwicklungen” zu beobachten seien, so die Studie. Während sich der Abstand beim Renteneintrittsalter durch die Rente mit 67 “vermutlich weiter verringern” dürfte, werde er durch die weiter bestehende „Rente mit 63“ verlangsamt. 

Wichtige Punkte zur Anknüpfung für Deutschland 

Es stelle sich die Frage, welche Faktoren hinter der günstigen Entwicklung des Arbeitsmarktes für Ältere in den skandinavischen und fernöstlichen Ländern stehen könnten, so die IAB-Studie. Deshalb würden verschiedene, für die Erwerbstätigkeit Älterer bedeutsame Aspekte aus einer international vergleichenden Perspektive beleuchtet. Der Ländervergleich ergebe eine “ganze Reihe von wichtigen Punkten, an die hierzulande angeknüpft werden könnte”, schreibt der Autor. So stehe die hohe Alterserwerbstätigkeit in Island, Schweden und Norwegen in Verbindung "mit der hohen Frauenerwerbsbeteiligung und kontinuierlichen Verbesserungen im Bildungsniveau der Bevölkerung". 

Neuseeland wiederum weise einen geringen Lohnabstand von Älteren gegenüber Jüngeren und hohe Einstellungsquoten Älterer auf, heißt es weiter. Diese seien zudem das "Ergebnis einer konsequenten und öffentlich wahrnehmbaren Antidiskriminierungspolitik". In Japan spielten dagegen der demografisch bedingt sehr starke Arbeitskräftebedarf und Einkommensbedarfe auf individueller Ebene eine “offenbar sehr große Rolle, da viele Ältere dort erwerbstätig sein müssen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern”, so die Studie.

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