Nürnberg (ba/sth). Arbeitslose mit Schwerbehinderungen profitieren nicht so sehr wie andere Arbeitslose davon, dass sich der Arbeitsmarkt von pandemiebedingten Effekten erholt. Zur anstehenden Woche der Menschen mit Behinderungen wirbt die Bundesagentur für Arbeit (BA) deshalb darum, mehr die Stärken dieser Menschen in den Fokus zu nehmen.
Menschen mit Behinderung bleiben länger arbeitslos
Die Zahl aller Arbeitslosen habe sich von Oktober 2021 bis Oktober 2022 um über zehn Prozent verringert, so die BA. Sie sank demnach von 2,67 Millionen auf 2,39 Millionen. Die Zahl der Arbeitslosen mit Schwerbehinderung sei hingegen im gleichen Zeitraum nur um etwa fünf Prozent geschrumpft – von rund 174.000 auf 164.000. „So zeigt sich, dass Menschen mit Schwerbehinderung nicht in gleichem Maße von guten Arbeitsmarktentwicklungen profitieren wie alle anderen Arbeitslosen“, heißt es in einer Mitteilung der BA.
Dieser Befund werde auch durch die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit bestätigt, heißt es weiter. Bei allen Arbeitslosen habe sie im Oktober bei 155 Tagen gelegen, bei denen mit Schwerbehinderung dagegen bei 195 Tagen. Ihre Chancen, die Arbeitslosigkeit zu beenden, die sogenannte Abgangschance, sei ebenfalls schlechter als die aller Arbeitslosen. Sie lag demnach bei 3,1, die aller Arbeitslosen bei 6,3.
Zuschüsse für Betriebe möglich
„Die Arbeitsagenturen vor Ort können Betriebe unterstützen, wenn Sie einen Arbeitnehmer mit Schwerbehinderung einstellen oder ausbilden wollen, beispielsweise durch einen Eingliederungszuschuss, durch die Übernahme der Kosten während einer Probebeschäftigung oder durch einen Zuschuss zur Aus- und Weiterbildung. Die Arbeitsagenturen vor Ort können auch bei der behindertengerechten Ausstattung von Arbeitsplätzen unterstützen“, so die BA.
