Ihre-Vorsorge Logo

„Das Erwerbspersonenpotenzial nimmt 2026 erstmalig ab“

Der demografische Wandel bremst den Arbeitsmarkt nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zunehmend aus.

Autor / Quelle

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

„Das Erwerbspersonenpotenzial nimmt 2026 erstmalig ab“

© Nicht definiert

Nürnberg (iab/sth). Die Zahl der Erwerbstätigen wird 2026 nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bei der Bundesagentur für Arbeit trotz einer leichten Konjunkturerholung erstmals seit 2020 wieder sinken. Das erklärte jetzt Enzo Weber, Leiter des IAB- Forschungsbereichs „Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen" in einem Interview seines Hauses. Nach Webers Einschätzung steigt die Zahl der Arbeitslosen im laufenden Jahr noch um 159.000 auf rund 2,95 Millionen. Für 2026 erwartet er dann einen Rückgang der Erwerbstätigenzahl um 18.000, während die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt nahezu stabil bleibt.

Grund für die gebremste Entwicklung ist nach Ansicht Webers, dass das Arbeitskräfteangebot an seine Grenzen stößt. Das sogenannte Erwerbspersonenpotenzial - die Summe aus Erwerbstätigen und potenziell verfügbaren Arbeitskräften - werde 2026 erstmals sinken - um 35.000 Personen. Das Ausscheiden der geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge aus dem Arbeitsmarkt könne ab dann nicht mehr durch Zuwanderung und höhere Erwerbsbeteiligung ausgeglichen werden.

Sinkendes Arbeitskräfteangebot bremst Konjunkturbelebung

Der Rückgang des Arbeitskräfteangebots bremst laut IAB auch die Effekte der erwarteten Konjunkturbelebung. Für 2025 rechnen die Nürnberger Forschenden mit einem Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent, das sich 2026 auf 1,1 Prozent beschleunigen soll. Impulse kämen dabei vor allem von den Fiskalpaketen der Regierung.

"Die Möglichkeiten für einen Beschäftigungsaufbau sind im Vergleich zu früheren Rekordsteigerungen stark begrenzt", erklärte Weber. Dies zeige sich auch bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Hier erwarten die Forscher für 2025 und 2026 nur noch schwache Anstiege um jeweils gut 40.000. Diese beruhten zudem allein auf mehr Teilzeitstellen, während die Vollzeitbeschäftigung sinke.


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Trotz großem Veränderungsdruck wagen immer weniger Beschäftigte den Sprung in eine neue Branche. Für wen sich der Branchenwechsel jetzt lohnt.

Time
2 Minuten

Das Landesarbeitsgericht Hamm sieht in einer Online-Krankschreibung ohne Arztgespräch einen gravierenden Vertrauensbruch. Welche Folgen das für Arbeitnehmer haben kann.

Time
3 Minuten

Wie kann der massive Kostenanstieg in der Pflegeversicherung eingedämmt werden? Und wie kann der Bund dabei helfen? Der Chef der Techniker Krankenkasse macht konkrete Vorschläge.

Time
2 Minuten

In der gesetzlichen Krankenversicherung soll die Obergrenze für die Beiträge um 300 Euro extra steigen. Aber trifft dies wirklich Gutverdiener? Der Arbeitsmarkt-Experte Enzo Weber befürchtet das Gegenteil.

Time
5 Minuten

Eltern stehen oft zwischen Einmischen und Loslassen, wenn es um die Berufswahl ihrer Kinder geht. Experten raten: Begleiten statt bestimmen. So geht’s.

Time
2 Minuten

Die Koalition kehrt aus der Sommerpause zurück – und mit ihr die Kritik an geplanten Änderungen für die Krankschreibung.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026