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Experten: Anteil der Schwarzarbeit in Deutschland steigt weiter

Der Wert der Schwarzarbeit dürfte dieses Jahr um 8.4 Prozent auf 481 Milliarden Euro steigen. Das vermutet das Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW), Linz. Die Schattenwirtschaft hätte damit einen Anteil von 11,3 Prozent am deutschen Bruttoinlandsprodukt

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Junge Kellnerin in einem Straßencafe kassiert Geld von weiblichem Gast. Bild: IMAGO / Westend61 / Oriol Castelló Arroyo

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Linz/Nürnberg (dpa). Der Umfang der Schattenwirtschaft in Deutschland nimmt nach einer Prognose von Schwarzarbeit-Experten in diesem Jahr weiter zu. Insgesamt werde der Wert der durch Schwarzarbeit illegal erbrachten Leistungen um 38 Milliarden auf 481 Milliarden Euro steigen, heißt es in einer Prognose, die am Dienstag gemeinsam von dem Linzer Professor Friedrich Schneider und dem Tübinger Professor Bernhard Boockmann vom Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (IAW, Tübingen) veröffentlicht wurde. 

Steigender Anteil seit 2021

Nach einer Phase Phase des Absinkens steigt der Anteil der Schattenwirtschaft seit 2021 wieder und dürfte nach Einschätzung der Ökonomen 2024 das Niveau von 2014 erreichen. Die Prognose geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr um 0,6 Prozent geschrumpft ist und die Zahl der Arbeitslosen bei durchschnittlich 2,6 Millionen lag. Ferner ging eine erwartete Inflationsrate von 2,7 Prozent in die Berechnungen der Wissenschaftler ein. Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes ist die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr preisbereinigt allerdings um 0,3 Prozent gesunken. Und die Inflation lag 2023 nach bisherigen Daten im Schnitt bei 5,9 Prozent.

Bürgergeld senkt, Steuererhöhung erhöht Schwarzarbeit

Die Experten erwarten, dass die Einführung des Bürgergeldes mit einem erhöhten Regelsatz in der Summe die Schwarzarbeit senkt. Zwar werden die verbesserten Bezüge demnach auch dazu führen, dass ein Teil der Bürgergeldbezieher weniger danach strebe, einen legalen Job aufzunehmen. Jedoch überwiege der Effekt, dass durch die erhöhten Bürgergeld-Zahlungen weniger Bezieher die Notwendigkeit spürten, illegal nebenbei zu verdienen. Somit nehme die Schwarzarbeit durch die Einführung des Bürgergeldes um 2,4 Milliarden Euro ab. Durch die Rückkehr zum vollen Mehrwertsteuer-Satz in der Gastronomie dagegen werde ein gegenteiliger Effekt erzielt. Die Wissenschaftler gehen hier von einer Zunahme der Schwarzarbeit im Volumen von 1,9 Milliarden Euro aus.

Schneider und Boockmann berechnen seit Ende der 1990er Jahre den Umfang der Schwarzarbeit. Für die Prognosen wird auf ein komplexes Verfahren zurückgegriffen, bei dem mehrere Variablen kombiniert werden, die indirekt Indikatoren der Schattenwirtschaft sind. Dazu gehören etwa die Steuermoral, die Arbeitslosenquote, die Inflationsrate und die Nachfrage nach Bargeld.

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