Ihre-Vorsorge Logo

Ifo schlägt Reform der Einkommensteuer und Grundsicherung vor

Durch die Reform würden zusätzlich 170.000 Menschen arbeiten gehen, so die Wirtschaftsforscher. Für den Staat entstünden keine Extra-Kosten.

Artikel vorlesen

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Menschen arbeiten in einem Großraumbüro. Bild: IMAGO / Westend61

© Nicht definiert

München (dpa). Das Münchner Ifo-Institut schlägt eine Reform von Einkommensteuer und Grundsicherung vor, um mehr Menschen dazu zu bringen, eine Beschäftigung aufzunehmen. Kernpunkte sind eine Deckelung beim Ehegattensplitting, Erhöhungen bei Grundfreibeträgen, Werbekostenpauschalen und Kinderfreibeträgen, eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags, höhere Spitzen- und Reichensteuersätze sowie Änderungen bei der Grundsicherung, wie die Wirtschaftsforscher am Mittwoch mitteilten. 

„Durch die Reform würde die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden im Umfang von 184.000 Vollzeitstellen steigen. Gleichzeitig würden 172.000 Personen eine Beschäftigung aufnehmen“, erwartet Ifo-Experte Andreas Peichl. Für den Staatshaushalt entstünden dabei keine zusätzlichen Kosten.

Konkret soll an die Stelle des Ehegattensplittings ein Realsplitting treten. Statt gemeinsam veranlagt zu werden, sollen Eheleute ein zu versteuerndes Einkommen bis zur Höhe des gesetzlichen Unterhaltsfreibetrags – aktuell 13.805 Euro – auf den zweitverdienenden Partner übertragen dürfen. Durch die Deckelung würden die Arbeitsanreize für Zweitverdienende erhöht, hieß es vom Institut. Denkbar sei auch, diese Regel auf alle Menschen in Fürsorgegemeinschaften anzuwenden.

Der Grundfreibetrag soll dem Vorschlag zufolge um 500 auf 11.408 Euro steigen, die Werbekostenpauschale um 200 auf 1430 Euro. Beim Spitzensteuersatz schlägt das Ifo 44 statt 42 Prozent vor – weiterhin ab einem zu versteuernden Einkommen von 62.809 Euro. Beim Reichensteuersatz regt das Ifo 47 statt 45 Prozent an – allerdings erst ab einer um rund 25.000 auf 302.825 Euro erhöhten Grenze. 

„Auch bei der Grundsicherung gibt es trotz der jüngsten Bürgergeldreform immer noch Verbesserungspotential“ sagte Ifo-Forscher Maximilian Blömer. „Gerade bei Alleinstehenden könnten weitere Arbeitsanreize geschaffen werden, durch die sie ihr verfügbares Einkommen steigern könnten.“ 

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
5 Minuten

Der Studienplatz ist da, das WG-Zimmer muss erst noch gefunden werden: In vielen Uni-Städten ist das eine echte Herausforderung. Wie man sie angehen kann – und was bei Zeitdruck hilft.

Time
2 Minuten

Nicht jeder liebt Veränderung. Manchmal hat der Chef Ideen, die Arbeitnehmer nicht begrüßen. Ein Wechsel vom Innen- in den Außendienst zum Beispiel. Darf er das erzwingen?

Time
2 Minuten

Ein Rechtsstreit mit dem Arbeitgeber kann teuer werden. Wann eine Rechtsschutzversicherung im Job sinnvoll ist und worauf Arbeitnehmer achten sollten.

Time
1 Minuten

Trotz eines Rückgangs bei Insolvenzen im August steigt die Zahl betroffener Arbeitsplätze deutlich. Warum das IWH weiter mit mehr Pleiten rechnet.

Time
2 Minuten

Nach einer Kündigungsschutzklage unter Anrechnung von Resturlaub bleibt eine unwiderrufliche Freistellung unter Umständen wirksam – auch wenn das Arbeitsverhältnis weiterbesteht. Worauf es ankommt.

Time
4 Minuten

Rund 6700 Schülerinnen und Schüler wurden im vergangenen Jahr auf Kompetenzen wie Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet. Im internationalen Vergleich fällt der Negativtrend in Deutschland besonders stark aus.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026