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Immer mehr Teilzeitbeschäftigte

In Deutschland arbeiten mittlerweile fast ein Drittel aller Beschäftigten in Teilzeit – und ihre Wochenarbeitszeit steigt ebenfalls.

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Zwei Frauen im Büro mit Tablet und Planzeichnung. Bild: IMAGO / Westend61 / zerocreatives

© Nicht definiert

Wiesbaden (dpa). Am deutschen Arbeitsmarkt setzten sich Teilzeit-Modelle immer mehr durch. Anteilig arbeiteten im vergangenen Jahr so viele Menschen mit reduzierter Stundenzahl wie nie zuvor, berichtet das Statistische Bundesamt. Auf der Grundlage des Mikrozensus errechnet die Behörde einen Teilzeitanteil von 31,9 Prozent aller Beschäftigten. Sie leisteten im Schnitt 21,3 Wochenstunden und damit 0,1 Stunden mehr als im Vorjahr und 2,0 Stunden mehr als im Jahr 2015. 

„Mehr substanzielle Teilzeit-Modelle"

Die Expertin Yvonne Lott von der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung sieht diese Entwicklung positiv: „Das zeigt, dass längere Teilzeitmodelle im Arbeitsleben angekommen sind: nicht das klassische kurze Teilzeit-Modell, sondern substanziellere Teilzeit, die mehr Erwerbsbeteiligung ermöglicht. Das ist gut für die Beschäftigten, gut für die Vereinbarkeit — und gut für den Arbeitsmarkt.“ 

Industrie verliert Vollzeitjobs 

Zu einer noch höheren Teilzeit-Quote von 39,9 Prozent kam bereits im März das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf einer anderen Datengrundlage. Der IAB-Arbeitszeitberechnung zufolge erhöhte sich die Zahl der in Teilzeit Beschäftigten verglichen mit 2024 um 1 Prozent auf 16,88 Millionen. Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten ging dagegen um 0,6 Prozent auf 25,43 Millionen zurück. Hier spiegeln sich Jobverluste in der Industrie und Zugewinne in typischen Teilzeitsparten wie Gesundheits- und Sozialwesen. 

Vollzeit-Arbeit durchschnittlich 39,9 Stunden je Woche

Die Arbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten blieb dagegen laut Bundesamt mit durchschnittlich 39,9 Wochenstunden im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Damit arbeiteten die Vollzeitkräfte etwas weniger als noch vor zehn Jahren, als die durchschnittliche Wochenarbeitszeit bei 40,5 Stunden lag. 

Teilzeit bleibt Generationen- und Geschlechterfrage 

Besonders häufig sind dem Bundesamt zufolge Frauen in Teilzeit tätig: Mehr als jede zweite Frau (50,6 Prozent) arbeitete 2025 in Teilzeit. Bei Männern war es dagegen nur etwa jeder Siebte (14,3 Prozent). Zwar bleibt der Unterschied groß, allerdings ist die Teilzeitquote bei Männern in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als bei Frauen. Im Jahr 2015 waren es noch 10,6 Prozent der Männer und 48 Prozent der Frauen. 

Besonders deutlich sind die Unterschiede bei jungen Familien: Unter erwerbstätigen Müttern mit Kindern unter 18 Jahren lag die Teilzeitquote bei 66,4 Prozent. Bei Vätern waren es lediglich 8,6 Prozent. 

Auch mit zunehmendem Alter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer steigt die Teilzeitquote deutlich an. Während unter den 55-Jährigen knapp ein Drittel in Teilzeit arbeitete, war es bei den noch erwerbstätigen 65-Jährigen bereits mehr als die Hälfte. Unter 70-Jährigen lag der Anteil sogar bei gut 90 Prozent. 

Lifestyle oder selbstbestimmtes Arbeiten? 

In der Debatte über Arbeitszeitmodelle und Erwerbsbeteiligung sorgte der Wirtschaftsflügel der CDU mit einem Antrag unter dem Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“ insbesondere bei den Gewerkschaften für Empörung. Die Böckler-Expertin Lott hält nun dagegen: „Das ist kein Rückzug aus dem Erwerbsleben. Das ist selbstbestimmtes Arbeiten in einem Umfang, der zu Lebensphasen und -entscheidungen passt.“ Man wisse auch, dass ein erheblicher Anteil der Frauen gerne noch mehr arbeiten würde. Dafür wären aber stabilere Angebote bei der Kinderbetreuung notwendig. 

Der Arbeitsmarkt insgesamt stagniert: Die Zahl der Erwerbstätigen blieb laut IAB im vergangenen Jahr in Deutschland mit 45,98 Millionen in etwa gleich (minus 5.000 Personen). Diese arbeiteten zusammen etwa 61,26 Milliarden Stunden und damit 0,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Durchschnittlich leisteten die Beschäftigten 2025 in Deutschland 30,4 Stunden in der Woche, genauso viel wie 2024. Im Vergleich: 2016 waren es noch 30,12 Stunden.

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