Ihre-Vorsorge Logo

IW: Deutschland ist Spitzenreiter bei Sozialausgaben

Zu Beginn der Haushaltswoche warnt das Institut der deutschen Wirtschaft die Regierung vor "einem weiteren Aufwuchs" bei den Sozialausgaben. Bei öffentlichen Investitionen hinkt Deutschland hinterher.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Rückansicht eines Mannes in weißem T-Shirt und Jeanshose, der seine leeren Hosentaschen zeigt.

© Nicht definiert

Berlin (dpa). Deutschland gibt mit 41 Prozent der Gesamtausgaben mehr Geld für die soziale Sicherung aus als andere europäische Staaten, einschließlich der nordischen Länder. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Knapp die Hälfte der Mittel entfällt den Angaben zufolge auf die Alterssicherung. 

Die nordischen Länder sowie Österreich und die Schweiz geben jeweils 40 Prozent für die soziale Sicherung aus, in den Benelux-Ländern sind es 38 Prozent. Der EU-Durchschnitt liegt bei 39 Prozent. Bei Ausgaben für das Gesundheitswesen (16 Prozent) liegt Deutschland zusammen mit den Benelux- und den nordischen Ländern an der Spitze. 

Mitten im Rentenstreit und zu Beginn der Haushaltswoche rät das arbeitgebernahe Institut im Fazit der Bundespolitik, “einem weiteren Aufwuchs der staatlichen Aktivität und vor allem der Sozialausgaben entgegenzutreten”. Das gelte auch für Ausgaben im Gesundheitswesen.

Hohe Verwaltungskosten, Schlusslicht bei Bildung

Das IW hat die Ausgaben Deutschlands insgesamt und in verschiedenen Bereichen für die Jahre 2001 bis 2023 untersucht. Als westeuropäische Vergleichsregionen hat das Institut die Benelux-Länder, Österreich und die Schweiz sowie die nordischen Länder Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland und Island herangezogen, die mit Blick auf ihre wirtschaftliche Entwicklung und kulturelle Prägung Deutschland relativ ähnlich sind.

Im Vergleich besonders hoch sind demnach hierzulande auch die Ausgaben für die öffentliche Verwaltung, die in Deutschland über den Untersuchungszeitraum kräftig gestiegen seien - von 7,2 auf zuletzt 11 Prozent. Schlusslicht ist Deutschland dagegen im Bildungsbereich mit zuletzt 9,3 Prozent der Gesamtausgaben. Österreich und die Schweiz liegen der Studie zufolge fast 50 Prozent darüber. Auch bei Personal (17 Prozent) und öffentlichen Investitionen (6,2 Prozent) hinkt Deutschland im Erfassungszeitraum hinterher. 

Verteidigungsausgaben besonders im Norden gestiegen

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 ist der Anteil der Verteidigungsausgaben nach einem vorübergehenden Abfall bis Mitte der 2010er Jahre vor allem in den nordischen Ländern wieder gestiegen. Gemessen an den Gesamtausgaben betrug dieser zuletzt 3,4 Prozent. Das entspricht in etwa dem Wert des Jahres 2001. Der EU-Durchschnitt fiel dagegen von 3,0 auf 2,8 Prozent, die Benelux-Länder von 3,0 auf 2,6 Prozent und Österreich/Schweiz von 2,4 auf 1,9 Prozent. Deutschland hielt seinen Wert von etwa 2,3 Prozent.

Gemessen an der Wirtschaftsleistung, die auch die Berechnungsgrundlage für das Zwei-Prozent-Ziel der Nato ist, sieht die Lage etwas anders aus. Demnach lag der Anteil der Verteidigungsausgaben in allen verglichenen Ländern und Ländergruppen unterhalb von 2 Prozent, wobei die nordischen Länder mit Werten von 1,3 bis 1,7 Prozent vorn lagen. Deutschland kam auf 1,1 Prozent. In Österreich und der Schweiz, die beide nicht der Nato angehören, ging der Wert gar von 1,0 auf 0,7 Prozent zurück. Das IW erwartet aber aufgrund der geopolitischen Entwicklungen steigende Ausgaben in ganz Europa.


Weitere Artikel

Time
1 Minuten

Trotz eines Rückgangs bei Insolvenzen im August steigt die Zahl betroffener Arbeitsplätze deutlich. Warum das IWH weiter mit mehr Pleiten rechnet.

Time
2 Minuten

Nach einer Kündigungsschutzklage unter Anrechnung von Resturlaub bleibt eine unwiderrufliche Freistellung unter Umständen wirksam – auch wenn das Arbeitsverhältnis weiterbesteht. Worauf es ankommt.

Time
4 Minuten

Rund 6.700 Schülerinnen und Schüler wurden im vergangenen Jahr auf Kompetenzen wie Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet. Im internationalen Vergleich fällt der Negativtrend in Deutschland besonders stark aus.

Time
4 Minuten

Krieg, Klimawandel, Sorgen um den Job: Junge Erwachsene haben Zukunftsängste. Das ist ein Grund, weshalb die erhoffte Zahl an Kindern je Frau hierzulande auf rund 1,7 gefallen ist.

Time
1 Minuten

Jede neunte Erwerbsperson in Deutschland will mehr oder aber weniger arbeiten. Und eine Mehrheit derjenigen, die gern reduzieren möchten, würde dafür auch die entsprechenden Lohneinbußen in Kauf nehmen.

Time
1 Minuten

Die Zahl der Arbeitslosen ist zuletzt gestiegen. Zugleich fehlen in Deutschland vielerorts Fachkräfte. In drei Jahren dürften es einer Untersuchung zufolge noch weit mehr sein.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026