Ihre-Vorsorge Logo

KfW: Etwas mehr Existenzgründungen - aber auf niedrigem Niveau

Der Gründergeist in Deutschland ist der KfW zufolge trotz eines leichten Anstiegs aktuell eher schwach ausgeprägt. Es gibt viele Vorbehalte gegen eine Selbstständigkeit.

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Köchin und Restaurantleiter planen – Bild: IMAGO / Westend61 / imago stock&people

© Nicht definiert

Frankfurt/Main (dpa) - Nach einem Rückgang 2022 haben im vergangenen Jahr wieder etwas mehr Menschen in Deutschland den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. Die Zahl der Existenzgründungen stieg leicht um 3 Prozent, wie aus dem am Montag veröffentlichten Gründungsmonitor der staatlichen Förderbank KfW hervorgeht. Demnach gingen 568.000 Menschen den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit. 

Für das laufende Jahr ist die KfW wenig optimistisch. Der Anteil derjenigen in der Bevölkerung, die aktiv eine Gründung planen, ist den Angaben zufolge von 4,5 Prozent im Jahr 2022 auf zuletzt 3,6 Prozent gesunken. “Die Gründungstätigkeit hängt in einem Tief fest”, sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Vor allem finanzielle Aspekte ließen Gründungspläne scheitern. “Das Finanzwissen müssen wir unbedingt stärken.”

Vom gesamtwirtschaftlichen Umfeld erwartet Köhler-Geib weiter wenig Rückenwind. “Zusammen mit einer deutlich gesunkenen Zahl an Gründungsplanungen im vergangenen Jahr dürfte dies leider wieder für einen Rückgang der Gründungstätigkeit 2024 sorgen”. Jährlich werden den Angaben zufolge etwa doppelt so viele Gründungspläne abgebrochen, wie Gründungen verwirklicht werden.

Gründergeist in Deutschland bleibt eher schwach

Insgesamt bleibt der Gründergeist in Deutschland der KfW zufolge eher schwach: Nur 24 Prozent der 18- bis 67-Jährigen würden unabhängig von ihrer aktuellen Situation die Selbstständigkeit einer Anstellung vorziehen (Vorjahr: 23 Prozent). Zu Beginn des Jahrtausends sei die Präferenz für eine Selbstständig noch doppelt so hoch gewesen. Dabei spielten auch gesamtwirtschaftliche Trends eine Rolle, wie der Arbeitsmarktboom ab dem Jahr 2006.  

Hinzu kommt die zunehmende Alterung der Gesellschaft. Bei den unter 30-Jährigen liegt die Präferenz für ein eigenes Unternehmen demnach noch bei 36 Prozent, ab einem Alter von 30 Jahren würde nur noch jeder Fünfte sich bevorzugt für die Selbstständigkeit entscheiden.

Die größten Vorbehalte gegen eine Selbstständigkeit sind der KfW zufolge Bedenken wegen zu großer finanzieller Risiken (73 Prozent), zu großer bürokratischer Hürden (69 Prozent), zu geringer Einkommenssicherheit (64 Prozent), zu geringer sozialer Sicherheit (62 Prozent) und Sorgen vor Finanzierungsproblemen (60 Prozent). Mehrfachantworten waren möglich. Datengrundlage des KfW-Gründungsmonitors sind repräsentative Bevölkerungsbefragungen. Für diese werden jährlich 50.000 zufällig ausgewählte, in Deutschland ansässige Menschen interviewt.


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Trotz großem Veränderungsdruck wagen immer weniger Beschäftigte den Sprung in eine neue Branche. Für wen sich der Branchenwechsel jetzt lohnt.

Time
2 Minuten

Das Landesarbeitsgericht Hamm sieht in einer Online-Krankschreibung ohne Arztgespräch einen gravierenden Vertrauensbruch. Welche Folgen das für Arbeitnehmer haben kann.

Time
3 Minuten

Wie kann der massive Kostenanstieg in der Pflegeversicherung eingedämmt werden? Und wie kann der Bund dabei helfen? Der Chef der Techniker Krankenkasse macht konkrete Vorschläge.

Time
2 Minuten

In der gesetzlichen Krankenversicherung soll die Obergrenze für die Beiträge um 300 Euro extra steigen. Aber trifft dies wirklich Gutverdiener? Der Arbeitsmarkt-Experte Enzo Weber befürchtet das Gegenteil.

Time
5 Minuten

Eltern stehen oft zwischen Einmischen und Loslassen, wenn es um die Berufswahl ihrer Kinder geht. Experten raten: Begleiten statt bestimmen. So geht’s.

Time
2 Minuten

Die Koalition kehrt aus der Sommerpause zurück – und mit ihr die Kritik an geplanten Änderungen für die Krankschreibung.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026