Ihre-Vorsorge Logo

Steuer auf Homeoffice? Vorschlag erntet Kritik und Spott

Ein Analyst der Deutschen Bank schlägt in einem Aufsatz eine Homeoffice-Steuer vor. Wirtschaftsexperten halten das für wenig zielführend.

Artikel vorlesen

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Junge Frau sitzt am Schreibtisch im Homeoffice, arbeitet an ihrem Laptop und blättert in einem Aktenordner. v

© Nicht definiert

Berlin (dpa). Ein Analyst der Deutschen Bank hat in einem Aufsatz Steuern für Arbeitnehmer im Homeoffice ins Spiel gebracht – und damit auch Kritik und Spott in den sozialen Medien ausgelöst. Auch Wirtschaftsforscher halten die Vorschläge für wenig zielführend.

Wirtschaftsexperten spotten: „Schräger Vorschlag“

„Hätte gedacht, man sollte wegen des Klimawandels und der überfüllten Straßen und ÖPNV die Leute fiskalisch nicht dafür bestrafen, dass sie zuhause bleiben“, schrieb etwa Jan Schnellenbach, Wirtschaftsprofessor an der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus auf Twitter.

Sebastian Dullien, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung, nannte die Vorschläge „schräg“.

Überlegung: Wer zuhause arbeitet, spart Geld

Der Autor des kurzen Aufsatzes geht davon aus, dass auch nach der Corona-Krise viele Menschen weiter von zu Hause aus arbeiten wollen. „Die Arbeit von zu Hause ermöglicht direkte Einsparungen etwa bei der Anreise, dem Mittagessen, Kleidung und Reinigung“, schreibt er in einem Aufsatz für die Forschungs- und Analyseabteilung der Deutschen Bank, DB Research.

Zudem stehe die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, vor allem besser verdienenden Arbeitnehmern offen. Systemrelevante Beschäftigte, die sich einem höheren Gesundheitsrisiko aussetzen müssten, hätten hingegen oft keine Wahl, ins Homeoffice auszuweichen.

Fünf Prozent des Bruttoeinkommens als Homeoffice-Steuer?

Der Analyst schlägt deshalb eine Homeoffice-Steuer in Deutschland in Höhe von 5 Prozent des Bruttoeinkommens vor. Bei einem Verdienst von rund 40.000 Euro im Jahr seien dies rund 7,50 Euro pro Homeoffice-Tag. Der Staat könnte auf diese Weise rund 15,9 Milliarden Euro zusätzlich einnehmen, rechnet der Analyst. Mit dem Geld könnten dann diejenigen unterstützt werden, die ein geringes Einkommen oder ihre Arbeit in der Corona-Krise verloren haben.


Weitere Artikel

Time
5 Minuten

Der Studienplatz ist da, das WG-Zimmer muss erst noch gefunden werden: In vielen Uni-Städten ist das eine echte Herausforderung. Wie man sie angehen kann – und was bei Zeitdruck hilft.

Time
2 Minuten

Nicht jeder liebt Veränderung. Manchmal hat der Chef Ideen, die Arbeitnehmer nicht begrüßen. Ein Wechsel vom Innen- in den Außendienst zum Beispiel. Darf er das erzwingen?

Time
2 Minuten

Ein Rechtsstreit mit dem Arbeitgeber kann teuer werden. Wann eine Rechtsschutzversicherung im Job sinnvoll ist und worauf Arbeitnehmer achten sollten.

Time
1 Minuten

Trotz eines Rückgangs bei Insolvenzen im August steigt die Zahl betroffener Arbeitsplätze deutlich. Warum das IWH weiter mit mehr Pleiten rechnet.

Time
2 Minuten

Nach einer Kündigungsschutzklage unter Anrechnung von Resturlaub bleibt eine unwiderrufliche Freistellung unter Umständen wirksam – auch wenn das Arbeitsverhältnis weiterbesteht. Worauf es ankommt.

Time
4 Minuten

Rund 6700 Schülerinnen und Schüler wurden im vergangenen Jahr auf Kompetenzen wie Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet. Im internationalen Vergleich fällt der Negativtrend in Deutschland besonders stark aus.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026