Berlin (dpa). Vereinfachte Antragsverfahren sollen dafür sorgen, dass im kommenden Jahr mehr Menschen schnell das neue Wohngeld erhalten. Die Auszahlungen könnten damit direkt nach der Antragstellung im Januar oder Februar beginnen, erklärte das Bauministerium am Freitag. Zuletzt hatte es Befürchtungen gegeben, Bedürftige müssten wegen der aufwendigen Umstellung in der Verwaltung lange auf ihr Geld warten.
Wie das Ministerium erklärte, kann das Wohngeld künftig grundsätzlich auch per Telefon oder formloser E-Mail beantragt werden. Mit vereinfachter Prüfung könne es auch vorläufig ausgezahlt werden. Außerdem gebe es eine Bagatellklausel bei Rückforderungen von zu viel oder zu Unrecht ausgezahltem Wohngeld bis zu einer Höhe von 50 Euro. Das Wohngeld ist ein Zuschuss zur Miete für Menschen oberhalb der Grundsicherung.
Bis zu 1,4 Millionen mehr Wohngeldempfänger
Von Januar an sollen deutlich mehr Haushalte mit einem staatlichen Mietzuschuss entlastet werden: Zu den bisher 600.000 Wohngeld-Haushalten sollen bis zu 1,4 Millionen weitere dazukommen. Das Wohngeld soll außerdem um durchschnittlich 190 Euro im Monat aufgestockt werden. Damit erhalten die berechtigten Haushalte im Schnitt rund 370 Euro monatlich. Wohngeld können Haushalte beantragen, die zwar keine Sozialleistungen beziehen, trotzdem aber wenig Geld haben.
