Riester: Wie Fondsanbieter die Rendite killen
So wurden Riester-Fondssparpläne umgeschichtet
Am Beispiel eines konkreten Riester-Fondssparplans „UniProfiRente“ des Anbieters Union Investment lassen sich die Umschichtungen und ihre Auswirkungen gut erkennen.
Am 31. Dezember 2019 beinhaltete der Vertrag 88,284 Anteile des Aktienfonds UniGlobal Vorsorge und 114,142 Anteile des Rentenfonds UniEuroRenta. Der Gesamt-Depotwert lag bei 27.912 Euro.
Um den Aktienanteil zu bestimmen, müssen die Anteile mit ihrem jeweiligen Euro-Wert multipliziert werden. In Aktien angelegt waren demnach 20.336 Euro (88,284 x 230,35 Euro). Daraus ergibt sich ein Aktienanteil des Vertrags von 72,9 Prozent (20.336/27.912 x 100).
Am 18. März 2020 hatte Union Investment umgeschichtet. In einer einzigen Transaktion wurde der Großteil des Aktienbestands verkauft. Gleichzeitig wurde der Bestand an Rentenpapieren verdreifacht.
Der Aktienanteil des Vertrags ist auf nur noch 12,4 Prozent gesunken (3.018/24.326 x 100). Durch das Realisieren der Verluste am Aktienmarkt ist der Gesamt-Depotwert auf 24.326 Euro gesunken – ein Minus von 13 Prozent gegenüber Ende 2019.
Eine Rückumschichtung in Aktien hat bis heute nicht stattgefunden. Damit wurde der Kunde von der Erholung des Aktienmarktes in diesem Zeitraum schlichtweg ausgeschlossen.
