Berlin (DIA). Die Reform der privaten Altersvorsorge soll den Einstieg in die kapitalgedeckte Vorsorge erleichtern. Eine zentrale Rolle spielt dabei das neue Standarddepot, das Sparerinnen und Sparern Anlageentscheidungen weitgehend abnehmen soll. Doch eine aktuelle Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) zeigt: Eine solche Lösung entspricht nur bei einer kleinen Minderheit dem bevorzugten Entscheidungsweg.
Lediglich zehn Prozent der Befragten würden sich für eine möglichst einfache, vorgegebene Standardlösung entscheiden, bei der sie selbst keine Anlageentscheidung treffen müssen. Fast die Hälfte (49 Prozent) möchte sich dagegen zunächst beraten lassen. 28 Prozent wollen ihre Anlage ohne Beratung auswählen. 13 Prozent antworten mit „weiß nicht“ oder machen keine Angabe.
„Einfachheit ist ein wichtiges Ziel der Reform. Aber einfach darf nicht mit einheitlich verwechselt werden“, erklärt Dr. Peter Schwark, Sprecher des DIA. „Die Menschen wollen mehrheitlich nicht, dass ihnen Anlageentscheidungen vollständig abgenommen werden. Sie möchten Wahlmöglichkeiten und vielfach auch Beratung.“
Unterschiede zwischen Einkommensgruppen
Bei den Anlageentscheidungen zeigen sich Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Einkommensgruppen. Während 32 Prozent der Männer ihre Anlage ohne vorherige Beratung selbst auswählen möchten, sind es unter den Frauen 24 Prozent. Frauen bevorzugen etwas häufiger den Weg über eine Beratung (50 gegenüber 47 Prozent).
Unter den Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro möchten 35 Prozent zunächst eine Beratung in Anspruch nehmen. Bei Einkommen zwischen 2.000 und unter 3.000 Euro sind es dagegen 58 Prozent.
Besonders auffällig ist der Anteil derjenigen, die sich nicht festlegen. In der niedrigsten Einkommensgruppe antworten 20 Prozent mit „weiß nicht“ oder machen keine Angabe. Bei einem Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 4.000 Euro sind es lediglich fünf Prozent. Zugleich ist die Präferenz für eine vollständig vorgegebene Standardlösung bei Einkommen unter 1.000 Euro mit 17 Prozent am höchsten, bleibt aber auch hier deutlich in der Minderheit.
