Frankfurt am Main (dpa). Das globale Beben an den Aktienmärkten nach den Zollentscheidungen von US-Präsident Donald Trump geht weiter. Weltweit verbuchten die Börsen am Wochenbeginn deutliche Verluste. In Frankfurt am Main verlor der Dax in den ersten Handelsminuten etwa zehn Prozent und fiel um mehr als 2100 Zähler auf 18.489 Punkte. Kurz darauf erholte er sich etwas, blieb aber mit etwa sechs Prozent deutlich im Minus. Schon in der vergangenen Woche hatte der Dax ein mehr als acht Prozent großes Minus angehäuft. Das Börsenbarometer verbuchte damit seinen größten Wochenverlust seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Frühjahr 2022.
Auch in Asien gab es massive Verluste: Der Hang-Seng-Index in Hongkong stürzte sogar um mehr als zwölf Prozent ab. In Tokio gab der japanische Leitindex Nikkei-225 zwischenzeitlich um mehr als acht Prozent nach. In China sackte der CSI-300-Index mit den wichtigsten chinesischen Festlandsaktien kurz vor Handelsschluss um 7,8 Prozent ab. Der chinesische Staatsfonds Central Huijin Investments kündigte an, Aktien zu kaufen, um den Markt zu stützen. Man werde den Aktienanteil über Fonds erhöhen und das Funktionieren des Marktes absichern.
In den USA deuten sich vor Börsenbeginn ebenfalls erneut deutliche Kursverluste an. Für den Dow Jones liegt die Indikation bei einem Minus von rund drei Prozent. Trumps Zollpaket hatte die Börsen bereits in der vergangenen Woche weltweit auf Talfahrt geschickt.
Die Aussichten bleiben ungewiss
Eine Erholung ist nicht in Sicht. Marktbeobachter rechnen weiter mit größeren Kursschwankungen, bis sich die Auswirkungen des Zollkonflikts klarer herauskristallisieren, mehr über Gegenzölle bekannt wird oder über Deals gesprochen wird. Trump signalisierte zwar Gesprächsbereitschaft unter bestimmten Bedingungen. Sein Handelsminister Howard Lutnick hatte zuvor aber angekündigt, dass die US-Regierung ihren harten Kurs mit hohen Einfuhrgebühren auf Waren aus fast allen Staaten der Erde durchziehen wolle. US-Finanzminister Scott Bessent sagte dem Sender NBC, die Zölle seien nichts, was sich binnen Tagen oder Wochen wegverhandeln lasse.
Das Beben hat bisher bereits Vermögen von Privatanlegern in Milliardenhöhe ausradiert. Gerade in den USA haben viele Menschen an der Börse investiert, entsprechend groß fiel nun der Unmut auch an der Wall Street aus. Bedeutende Investoren sprachen sich in den vergangenen Tagen gegen die Zollpolitik des Präsidenten aus. Der bekannte Hedgefonds-Milliardär Bill Ackman etwa forderte eine 90-tägige Zollpause, damit die USA mit anderen Ländern verhandeln könnten. Die Alternative sei “ein selbstverursachter wirtschaftlicher nuklearer Winter”.
