Berlin (fna/sth). Seit mehr als 20 Jahren treffen sich Ende Januar oder Anfang Februar Fachleute für Alterssicherung aus dem In- und Ausland in Berlin, um bei der Jahrestagung des renommierten Forschungsnetzwerks Alterssicherung (FNA) einen wichtigen Aspekt rund um die gesetzliche Rente oder die kapitalgedeckte Altersvorsorge genauer zu beleuchten. An diesem Donnerstag und Freitag setzen sich die Referentinnen und Referenten sowie mehr als angemeldeten 100 Diskussionsteilnehmer mit der brisanten Frage nach der “Rolle der Alterssicherung in Krisenzeiten” auseinander.
Globale Finanzkrise, Staatsschuldenkrise im Euro-Raum, starke Flüchtlingsbewegungen, Corona-Pandemie, Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, Energiepreis- und Inflationsschocks – das alles sind Beispiele für Krisen und Konflikte der jüngeren Vergangenheit, von denen (auch) Deutschland stark betroffen war - und ist. Die (vermeintliche) Häufung von Krisenphänomenen mit teilweise globalem Ausmaß veranlassen Wissenschaftlerinnen und Forscher dazu, immer neue Qualitäten von Bedrohungen zu benennen.
In diesem Zusammenhang formulierte der Wirtschaftshistoriker Adam Tooze den Begriff der „Polykrise“. Das „Neue“ ist dabei weniger die schnelle Abfolge oder Häufung von Krisen. Vielmehr meint Tooze, dass sich in der Polykrise verschiedene miteinander verbundene Krisen über systemische Risiken aus verschiedenen gesellschaftlichen Sphären wechselseitig beeinflussen und verstärken können.
Der Fokus des Tagungsthemas liegt auf der Rolle des Alterssicherungssystems im komplexen Krisengeschehen. Kann Alterssicherung ein Stabilitätsanker in Zeiten der Polykrise sein? In welchen Wechselwirkungen steht das System der Alterssicherung mit den genannten Krisen? Und worin unterscheiden sich gegenwärtige von vergangenen Krisenzeiten mit Blick auf die Absicherung im Alter?
