Berlin (dpa/sth). Die Regierungskoalition aus Union und SPD hat sich nach Angaben von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf die Einführung der sogenannten Aktivrente geeinigt. Mit einem steuerlichen Freibetrag von 2000 Euro monatlich solle ein Anreiz geschaffen werden, damit Beschäftigte über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus arbeiten, sagte der Kanzler am Dienstag auf dem Maschinenbaugipfel des VDMA in Berlin. “Wir haben uns vor wenigen Stunden darauf verständigt, die sogenannte Aktivrente zum 1. Januar 2026 einzuführen”, erklärte Merz.
Ein Sprecher des für das Konzept zuständigen Bundesfinanzministeriums sagte, dass das Ministerium in Kürze einen Entwurf für das geplante Gesetz vorlegen wolle. Aus dem Entwurf geht Medienberichten zufolge hervor, dass Überstunden steuerfrei gestellt werden sollen, soweit sie 25 Prozent des Grundlohns nicht übersteigen. Damit solle Mehrarbeit zusätzlich honoriert werden.
Die Regelung soll nach Angaben aus Koalitionskreisen zunächst nur für Arbeitnehmer, nicht für Selbstständige gelten. Zudem sollen Beschäftigte das Angebot erst ab Erreichen des gesetzlichen Rentenalters nutzen können - und nicht schon bei einem vorgezogenen Ruhestand. Dies soll einen Missbrauch der Regeln und Steuermindereinnahmen verhindern. Es werde damit gerechnet, dass jährlich rund 25.000 Fachkräfte das Angebot nutzen.
