Wiesbaden (dpa). Die eigene Wohnung ist im Alter für viele ein wichtiger Bestandteil, um den eigenen Ruhestand abzusichern. Doch wer erst in den nächsten Jahren den Erwerb einer Immobilie erwägt und dafür womöglich Kredite aufnehmen will, sollte nicht nur auf die aktuellen Kaufkonditionen achten – die künftige, langfristige Entwicklung muss ebenfalls in die Kalkulation einbezogen werden. Denn auch das Preisniveau für Wohnungen und Häuser wird ganz grundsätzlich von Angebot und Nachfrage bestimmt. Und genau diese beiden Faktoren zeigen in Deutschland auf längere Sicht in unterschiedliche Richtungen: Während das Angebot an Wohnraum nach wie vor steigt, ist die Bevölkerung zuletzt sogar geschrumpft.
Regionale Entwicklung stark unterschiedlich
Dabei zeigen sich starke Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland und auch Stadt und Land, und zwar sowohl hinsichtlich Nachfrage und Angebot. Während in Ostdeutschland und auf dem Land weniger Menschen wohnen und schon jetzt vielerorts Wohnraum leer steht, ist in Westdeutschland und in den Städten mit weiterem Zuzug und tendenziell weiter knappem Wohnraum zu rechnen. Diese grobe Unterteilung müssen Käufer auf ihren im Alter angestrebten Lebensmittelpunkt hin abgleichen, insbesondere hinsichtlich des Werterhalts einer Investition. Wer Kinder hat, zu deren Erbe die Immobile einmal zählen wird, gewichtet die finanzielle Nachhaltigkeit der Investition naturgemäß besonders stark.
44 Millionen Wohnungen in Deutschland
Die Entwicklung von Nachfrage (Bevölkerung) und Angebot (Wohnungen) zeigt folgende Tendenz: In den vergangenen zehn Jahren ist in Deutschland der Wohnungsbestand schneller gewachsen als die Bevölkerung. Seit 2015 sind rund 2,5 Millionen Wohnungen hinzugekommen, sodass es zum Jahresende 2025 in Deutschland etwa 44,0 Millionen Wohnungen gab, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das waren rund 6,0 Prozent mehr als Ende 2015. In diesem Zeitraum ist die Bevölkerung um 1,6 Prozent auf 83,5 Millionen Menschen gewachsen. Im vergangenen Jahr wuchs der Wohnungsbestand noch um 196.000 Einheiten oder 0,4 Prozent.
Wohnungsgröße nimmt zu
Die Gesamtwohnfläche aller Wohnungen stieg in den zehn Jahren seit 2015 um 8,9 Prozent, wie die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Somit wurden die Wohnungen in Deutschland im Durchschnitt etwas größer: Zum Jahresende 2025 betrug die durchschnittliche Wohnfläche 94,0 Quadratmeter (+2,2 Prozent), die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf lag bei 49,5 Quadratmetern (+7,1 Prozent).
Nur rund jede 50. Wohnung befindet sich nicht in Wohngebäuden, sondern beispielsweise in Schulen oder über Gewerbeflächen. Von den Wohnungen in Wohngebäuden entfallen 54,9 Prozent auf Mehrfamilienhäuser. Einfamilienhäuser machen mit 31,3 Prozent knapp ein Drittel aus. Die übrigen Wohnungen verteilen sich auf Zweifamilienhäuser sowie Wohnheime.
