Das Leben für Langzeitarbeitslose ist meistens hart, aber nach dem 31.12.2007 auch noch zunehmend ungerecht.
Marlies hat mir eigentlich schon die Arbeit abgenommen und die Fragen sich selbst beantwortet.
Wer erst nach dem 31.12. 2007 sein 58. Lebensjahr vollendet und bereits von Langzeitarbeitslosigkeit bzw. Hartz IV betroffen ist, ist zumindest in Hinblick auf die Gesetzliche Rente bös dran.
Es ist zutreffend, dass dieser Personenkreis aufgrund des Nachranges der Hartz IV-Leistung gegenüber allen anderen Sozialleistungen, wozu eben auch Renten der Gesetzlichen Rentenversicherung gehören, dazu gezwungen wird, jedwede Altersrente vom frühestmöglichen Zeitpunkt an in Anspruch zu nehmen und dies ohne Rücksicht auf noch so hohe Abschläge.
Die Rentenerhöhung und damit verbunden die Erhöhung der Rentenanwartschaften fällt dieses Jahr zwar “sensationell hoch” aus, reicht aber bei weitem nicht aus, um auch nur annähernd sowohl die (bevorstehenden) Beitragssatzerhöhungen bei Kranken- und Pflegeversicherung als auch die Geldentwertung einigermaßen wett zu machen.
Eines ist sicher, nicht die Rente, sondern dass es wahrscheinlich nie mehr Rentenerhöhungen gibt, die auch nur annähernd die laufende Geldentwertung ausgleichen können. Lassen wir zu diesem Thema einen anderen sprechen, der es viel besser kann als ich:
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Warum der Ausflug zu den Rentenerhöhungen?
Einfach deshalb, weil es sich immer klarer abzeichnet, dass der Personenkreis derjenigen, die nach dem 31.12.2007 dauerhaft auf Sozialhilfeniveau leben müssen, immer größer wird. So circa ab dem Jahr 2010 nimmt dann der Sozialhilfezug so richtig Fahrt auf, weil ab diesem Zeitpunkt das Verhältnis von Beitragszahlern zu Leistungsempfänger bedrohlich zu kippen beginnt. Da hilft leider weder Optimismus noch Gesundbeten. Keine Sorge!
Beamte, Abgeordnete und Berufspolitiker werden nicht in das System der Gesetzlichen Rentenversicherung aufgenommen, um dieses zu stabilisieren oder die Auswirkungen am eigenen Leibe zu erfahren.
Die über Jahrzehnte erworbenen Rentenanwartschaften werden durch die exorbitant hohen Abschläge schlicht und ergreifend entwertet. Das bisschen Riester - unabhängig davon, ob in der Leistungsphase der Verträge nun Hartz IV-Sicherheit besteht oder nicht, wird es mit Sicherheit nicht richten können.
Ist die viel gepriesene Grundsicherung für Alle der Rettungsanker?
Täusche sich niemand! Die Regelsätze sind an den Faktor gekoppelt, der für die Erhöhung der Gesetzlichen Renten maßgebend ist.
Ein alleinstehender Hartz IV-Empfänger kann sich ab dem 01.07. 2007 also auf die “satte” Erhöhung seines Regelsatzes in Höhe von 345 Euro um sage und schreibe 0,54 vom Hundert freuen. Das Regelsatzsystem wird vom Gesetzgeber für so elastisch angesehen, dass es anscheinend exorbitante Mehrwertsteuererhöhungen und die laufende Geldentwertung über Jahre ohne jedwede Anpassung einfach abfedern kann.
Wer sich schon mal einstimmen mag auf ein Leben mit “Hartz”, der lese die neuesten Nachrichten in
http://www.tacheles-sozialhilfe.de/
oder kann hier ablesen, was man alles von seinem Regelsatz bezahlen soll !!!
http://www.hartz-iv-eiskalt.de/regelsatz_2007.htm
Zum Abschluss etwas optimistisches!
Es zeichnet sich ab, dass die Abschläge bei 0,3 % je Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme nicht auf 0,4 oder 0,5 erhöht werden. Dafür wird künftig aber fleißig noch an der Schraube der Verlängerung der Lebensarbeitszeit gedreht werden. Das hilft gegen Demenz (Schäuble!).
Wer nachlesen möchte, was im § 5 (3) SGB II drinsteht, mag es tun
http://www.rententips.de/gesetze/02/index.php?norm_ID=0200500
Übrigens: Viel Spaß beim “Vorsorgen” auf den Baustellen: Gesetzliche Rentenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Staatsverschuldung usw. Vielleicht gibt es ja auch bald “herrliche” Zulagen bei Kranken- und Pflegeversicherung? Dann wird sicher alles gut.
Konjunkturzyklen haben es so an sich, dass sie nicht immer auf “Hoch” stehen.
Keiner soll sich jedoch ob der obigen “frohen” Kunde einen Strick nehmen!
Um glücklich zu sein muss man nicht reisen, braucht man kein Auto, braucht auch keinen Flachbildschirm, Photo-Handy usw.
Der Herr spricht in seiner Bergpredigt: “…wenn ihr Nahrung, Kleidung und Obdach habt, so ist´s genug…”