Hallo Wolfgang Amadeus,
schön, daß wir uns weitgehend einig sind. Einige Anmerkungen zu Ihrem Beitrag habe ich noch.
"Möchte man renditestärkere Altersvorsorgeprodukte haben und setzt man deshalb auf ungeförderte Produkte, geht man relativ hohe Verlustrisiken ein; außerdem schlägt hier die Abgeltungsteuer zu."
Hierzu folgende Anmerkung: solange gewährleistet ist, daß die Abgeltungssteuer auf den weitaus größten Teil der Wertsteigerung erst am Ende der Ansparzeit fällig wird (und das ist der Fall bei langjährigem Ratensparen in Aktienfonds ohne ständige Umschichtungen), ist sie zwar schmerzlich, wird im Ergebnis aber immer noch genug Rendite übriglassen. Lieber ca. 28% Abgeltungsssteuer auf eine Anlage bezahlen, die zuvor jahrzehntelang 8%, 12% oder gar 16% Rendite erzielt hat, als von vornherein nur mit 4% Rendite zu rechnen.
Wobei "Anlage" hier nicht ganz der richtige Begriff ist. Bei Vermögensbildung sind hohe Renditen zu erzielen, ohne dafür hohe Risiken eingehen zu müssen. Kennen Sie die FinanzUni schon? Falls nicht, versuchen Sie es doch mal mit folgenden Links:
http://www.finanzuni.org/phpBB/artikel/Artikel_Merkmalsauspraegu…
http://www.finanzuni.org/phpBB/viewtopic.php?t=75 (hier insbesondere die Antworten zu Fragen 12 und 13)
"Am besten sind noch die dran, die ohnehin nur eine geringe Rente zu erwarten haben, die können, ohne sich über eine zusätzliche Altersvorsorge Gedanken zu machen, voll auf die Grundsicherung setzen, mit der man allerdings dann auch nur ganz bescheiden leben kann."
Ja, das ist wahr. Wer sowieso nur wenig zu erwarten hat und einfach nichts tut, wird am Ende auch nicht verhungern müssen. Allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob das Niveau der Grundsicherung nicht langfristig wird sinken müssen - so daß man immer schlechter davon leben kann. Und für die Betroffenen besteht dann lebenslange Abhängigkeit von staatlichen Leistungen - nicht gerade eine schöne Aussicht für den Lebensabend.
Wer meiner Meinung nach am meisten zu verlieren hat, ist die breite Mitte der Gesellschaft. Wer der Mittelschicht angehört, sollte so schnell wie möglich aufwachen und die Realität sehen: eine Lebensstandardsicherung nur mit gesetzlicher Rente und den staatlich geförderten Produkten ist unmöglich! Aus finanzieller Not wird der Staat bei allen, die noch etwas mehr als Hartz IV- Niveau haben, zuschlagen - mit Steuer- und Abgabenerhöhungen. Außerdem sorgt die Inflation für die Entwertung nominaler Rentenzusagen jeder Art.
Wer hier nicht privat vorsorgt, wird spätestens im Rentenalter auf Armutsniveau abrutschen. Und ich persönlich kann mir nicht vorstellen, von 347 Euro im Monat zu leben. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit: hochrentable private Vorsorge, allerdings behaftet mit Risiken, die aus politischer Kurzsicht nicht mehr abgesichert werden, nämlich Berufsunfähigkeit oder Langzeitarbeitslosigkeit. In diesen Situationen wird die private Vorsorge zerstört. Dagegen kann man nur politisch vorgehen und dazu kann man nur jeden aufrufen.
Der Gesetzgeber hat viel zu spät auf die demographische Veränderung reagiert und dann auch noch falsch - und jetzt mit der Abgeltungssteuer kommen weitere Fehler dazu.
Dagegen hilft nur Aufklärung der Bevölkerung und nachfolgend dann hoffentlich gesetzliche Veränderungen im Interesse der Bevölkerung.
Gruß,
Maria L.