@ RA Cornelius
Sie haben grundsätzlich recht aber bei einer längerfristigen und ordentlich dokumentierten psychischen Erkrankung sind die Chancen auf relativ unkomplizierte, schnelle und positive Entscheidung sehr hoch. Nicht zu vergleichen mit „Rücken“ und Co.
Was kaum ein Außenstehender weiß ist, daß die DRV-SBs Zielvorgaben erfüllen müssen !
Genauso wie JobCenter-SBs regelmäßig bestimmte Sanktions-Quoten erfüllen müssen, dürfen die DRV-SBs nur eine begrenzte Anzal EU-Anträge durchwinken.
Damit soll bezweckt werden, daß viele Betroffene ihre Anträge zurück ziehen und dann den JobCentern zugeführt werden können, die dann wiederum ihre Klientel mit billigen Ein-€URO-Sklaven versorgen können !
Das ganze nennt sich dann AGENDA 2010 !
Würg....
Die DRV hat mir auch einen Arschtritt verpasst und zwar in ganz anderer Hinsicht. Dieser Gutachter hat mich mit seiner Einschätzung wie ein Stück Abfall auf den Müllhaufen der Arbeitsmarktpolitik abgeladen. Der Kerl behauptete doch tatsächlich, das ich keine drei Stunden am Tag nicht einmal Straßen kehren könne oder nicht einmal Eintrittskarten kontrollieren könnte. Den Zeitpunkt des Eintrittes des Versicherungsfalles hat der Gutachter so gelegt, das es 35 Monate in den letzten 60 Monaten waren. Die Folgen dessen sind ja wohl allen bekannt: Keine EM-Rente sondern Sozialfall mit Grundsicherungsbezug.
Aber ich lasse mir nichts gefallen, diese gutachterliche Aktion konnte ich nicht unbeantwortet lassen. Es hat eine Zeit gedauert, bis ich einen Vollzeitjob bei einer Leihfirma als Reinigungskraft fand. Mein Einsatzgebiet war das Dienstgebäude der für mich zuständigen DRV-Stelle. Der Gutachter durfte dann viele Monate lang zusehen, das auch Ärzte keine unfehlbaren Überväter sind. Ich vergesse nie, wie er mich das erste mal sah und seine Kinnlade runterklappte, sowie sein ungläubiger Blick. Nach einiger Zeit trat der Gutachter dann zu mir und sagte mir offen: " Herr ...., ich habe mich in Ihrem Fall geirrt, ich meinte, Sie könnten nicht mehr erwerbstätig sein, aber Sie haben mich eines besseren belehrt.".
Ich war hochzufrieden und wir beide gaben uns die Hand. Daran sieht man, das auch Gutachter nur Menschen sind und sich irren können.
Man nennt meine Aktion auch: " Tätiger Beweis der vorhandenen Erwerbstätigkeit".
Denn jammern und fluchen ändert nichts, sondern nur eigener Hände Arbeit.
Nur eines gefällt mir nicht, die ganzen eigenwilligen Ratgeber in den verschiedenen Foren, die meinen, das man froh und glücklich sein muss, das man Grundsicherung hat und nie mehr arbeiten muss.
Ist es denn so schön, vom Steuerzahler ausgehalten zu werden und so auf der faulen Haut zu liegen? Mir passt sowas nicht.
Diejenigen, die nicht mehr können--kein Problem.
Diejenigen, die nicht wollen aber könnten---großes Problem!
Mit freundlichen Grüßen
Carnefex