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Experten-Antwort

Der Weg zurück ins Arbeitsleben kaum möglich?

von Unzufriedener24.01.2023 | 15:18
181 Ansichten
7 Antworten

Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

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Hallo, ich bin in den Dreißigern und seit 2 Jahren voll erwerbsgemindert (psychisch). Nun kann ich es aber nicht einsehen, nie mehr arbeiten zu gehen. Laut einer erhobenen Statistik sei es so, dass nur 1% aller EM-Renter es schaffen, wieder ins Arbeitsleben zurückzukehren. Die Frage ist nun, gibt es hier Leute, die das schon mal geschafft haben? Oder muss man sich wirklich seinem Schicksal ergeben, da das Arbeitsleben nun mal nichts mit kranken Menschen anfangen kann und diese nur stören? Was machen denn andere EM-Renter in ihrer Freizeit, um ausgelastet zu sein? Gibt es die Möglichkeit über eine Reha wieder ins Arbeitsleben zurückzukehren? Denn es stellt sich folgende WICHTIGE Frage: Angenommen man fängt einen neuen Job an (kein ruhendes, vorheriges Arbeitsverhältnis besteht mehr): Was ist, wenn man es nicht schafft und keinen Anspruch auf ALG/Krankengeld hat? Muss man dann wieder schleunigst in die Rente kommen? Es muss doch möglich sein, dass man, sagen wir mal, 6-12 Monate auf Probe erwerbstätig ist und falls man es nicht schafft, dann wieder in die Rente kommt, ansonsten verfällt dann diese "Bewährung" und man bleibt im Arbeitsleben. Gibt es sowas? Oder ist man gezwungen voll auf Risiko zu gehen und am Ende im schlimmsten Fall ohne Einkommen dazustehen, wenn der Schritt ins Arbeitsleben fehlschlägt? Erfahrungen hierzu? VG

Antworten vom Expertenteam

Persönlich beantwortet im Expertenforum

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Expertenantwort · 1Deutsche Rentenversicherung

Hallo Unzufriedener,

Sie können jederheit einen Antrag auf medzinische Rehabilitation bei Ihrem Rentenversicherungsträger stellen, um möglicherweise eine Verbesserung Ihres Gesundheitszustandes zu erzielen, damit eine teilweise oder volle Erwerbsfähigkeit erreicht werden kann.

Der Rentenversicherungsträger wird daraufhin prüfen, ob eine solche Maßnahme Aussicht auf Erfolg hat und einen entsprechenden Bescheid erteilen.

Unabhängig davon können Sie natürlich auch einen Minijob aufnehmen, in dem Sie täglich unter 3 Stunden berufstätig sind und zunächst einmal sehen, ob dies im Rahmen Ihres gesundheitlichen Leistungsvermögen ohne Probleme für Sie möglich ist.

Jede Aufnahme einer Berufstätigkeit (auch ein Minijob) ist dem Rentenversicherungsträger unverzüglich mitzuteilen.

Darüber hinaus können Sie natürlich auch ehrenamtliche Tätigkeiten ausüben.

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6 Antworten

Abschlägeam 24.01.2023 | 15:35
Hallo Unzufriedener, vorweg - Erfahrungen anderer helfen Ihnen da nicht viel (und Statistiken auch nicht), denn jede Erwerbsminderung (gesundheitlich/versicherungsrechtlich) ist immer ein Einzelfall und wird von der zuständigen DRV auch individuell bewertet/entschieden. Es gibt durchaus Möglichkeiten, die Ihrem Wunsch entgegenkommen. Aber dies sollten Sie bitte in einer Beratung mit Ihrer DRV klären, denn dort liegen Ihre Unterlagen vor. Das Forum kann in dem Fall nur allgemein und mit Wenn und Aber und dann.... Bei Ihrer zuständigen DRV erfahren Sie 'IHRE' Möglichkeiten. Viel Erfolg und alles Gute!
....am 24.01.2023 | 15:46
"Was machen denn andere EM-Renter in ihrer Freizeit, um ausgelastet zu sein?" Probieren Sie doch erstmal einen Minijob aus, dann werden Sie merken, ob Sie den Minijob gesundheitlich schaffen können.
Geraldam 24.01.2023 | 15:51
Sie sind noch recht jung und anscheinend doch leistungsfähiger, als gedacht. Da ist der Wunsch, arbeitstechnisch wieder etwas zu bewegen verständlich. Der einfachste Weg, einfach einen Job suchen und machen. Perfekterweise anfangs mit einem Minijob, der unter Einhaltung von Arbeitszeit und Zuverdienst(wurde ja verbessert) rentenunschädlich ist. Falls Sie nach gewisser Zeit merken, dass es doch nichts wird, bleibt die EM-Rente im Hintergrund. Wenn es klappt, können Sie andere Ziele ins Auge fassen. Eine Zeit lang war die Rede von einem Pilotprojekt, wo EM-Rentner sich ausprobieren können, ob das aber noch aktuell ist, vermag ich nicht zu sagen, da fragen Sie vielleicht einfach mal bei Ihrem Rententräger nach.
Fannyam 24.01.2023 | 16:36
Ich habe das auch lange überlegt, ich war mit 36 Jahren erwerbsunfähig geworden, mit 41 erhielt ich die unbefristete Rente. Und mir gings wirklich besser nach Jahren der Berentung. Damals gabs definitiv keine MÖglichkeit, das Arbeiten wieder auszuprobieren. Mir hat der Rat eines Freundes geholfen, zunächst mit einem Ehrenamt zu beginnen. Wenn ich das zuverlässig packe und nicht nur an den besten Tagen, dann einen Minijob suchen. Auch damit ist man erst einmal weiter Rentner und kann sich testen. Der Rat war gut, und meine Wahrheit zunächst schwer zu akzeptieren. Ich habe nämlich nicht einmal das Ehrenamt mit vielen festen Terminen ein Jahr lang durchgehalten. Zum Test mit Minjob kam ich gar nicht, es war vorher geklärt. Ich hatte mir Illusionen gemacht, so lange ich als Rentnerin ohne Stress und Anforderungen lebte. Heute habe ich sogar zwei Ehrenämter, ein Tag die Woche 3 Stunden bei der Tafel und unregelmäßig Besuche in einem Pflegeheim. Das schaff ich, und ansonsten kümmer ich mich um meine behinderten Katzen und orgel sonntags in der Kirche. Also Langeweile muss niemand haben als Frührentner.
Unzufriedeneram 24.01.2023 | 18:34
Hallo, vielen Dank an Sie alle für Ihre Antworten. Dann wäre ein Ehrenamt bzw Minijob wohl erstmal eine Möglichkeit. Ich werde dies mal mit meinen Zuständigen Leuten besprechen. Vielleicht bin ich damit ja auch schon zufrieden, da ich weiß, dass Vollzeitarbeit sowieso grundsätzlich nicht mehr drin sein wird. Langweilig ist mir ja im Prinzip auch nicht, da ich Hobbies habe, die ich auch immer zu Hause durchführen kann. Allerdings hat man so auch keine sozialen Kontakte. VG
Paulam 25.01.2023 | 06:29
Ja du kannst erstmal beginnen mit jeden Tag 2,5 h Arbeit. Das wird nicht angerechnet. Wenn du das nach einigen Monaten steigerst, wird sich irgendwann die DrV bei dir melden. Da gehen aber Monate in Land.
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