Ihre-Vorsorge Logo
oder
Stellen Sie eine Frage
Zurück

Entgeltumwandlung ist aus mehreren Gründen kontraproduktiv- auch in Sachen Elterngeld!

von Amadé14.08.2007 | 20:59
1710 Ansichten
2 Antworten

Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

Zur Moderatoren-Antwort springen
Inzwischen sollte hinlänglich bekannt sein, dass durch Entgeltumwandlung zwar in der Ansparphase Sozialversicherungsfreiheit und Steuerfreiheit besteht, man aber unbedingt wissen sollte, dass bei der Renditeberechnung folgende Kröten zu beachten sind, die es zu schlucken bzw. gegenzurechnen gilt: 1. Ersatzloser Verzicht auf die Arbeitgeberanteile zu allen Zweigen der Sozialversicherung. Das bedeutet im Klartext. Durch Entgeltumwandlung weniger Gesetzliche Rente, im Krankheitsfalle weniger Krankengeld oder Übergangsgeld, im Falle der Arbeitslosigkeit weniger Arbeitslosengeld 2. Im Leistungsfall werden die auszuzahlenden Renten aus der Entgeltumwandlung freundlicherweise mit dem VOLLEN Beitragssatz zur Krankenversicherung und dem VOLLEN Beitragssatz zur Pflegeversicherung und dem netten Sonderbeitrag in Höhe von zur Zeit 0,9 vom Hundert belegt. Am Beispiel der BEK sieht das zur Zeit so aus. 14,4 % KV + 1,7 bis 1,95 % PV + 0,9 % Sonderbeitrag. Eine Beitragserhöhung in der Pflegeversicherung steht an! Die Vollverbeitragung schlägt auch dann unbarmherzig zu, wenn man die Vorsorgeprämien allein - also ohne Beteiligung seines Arbeitgebers - aufgebracht hat. 3. Volle Besteuerung der Betriebsrente ab Leistungsfall. Ob die Steuersätze - wie von den Regierenden versprochen und auch hier propagiert - künftig im Alter wirklich niedriger sind, ist leider in Anbetracht der demographischen Entwicklung mehr als zweifelhaft. Wenn es immer weniger Arbeitnehmer und immer mehr Rentner gibt, werden die Rentner in Sachen Steuersätze wohl kaum ungeschoren davon kommen? 4. Senkung des Rentenniveaus auch für diejenigen, die sich an diesem ökonomischen Wahnsinn überhaupt nicht beteiligen. Bisher völlig unbeachtet ist bisher der Aspekt geblieben, dass die Entgeltumwandlung auch den ggf. bestehenden Anspruch auf Elterngeld senkt! Wo bleibt da der Gedanke und die Fürsorge des Gesetzgebers (Artikel 6 Grundgesetz)? Die mehrfach belasteten Eltern gilt es doch zu fördern und nicht noch mehr zu bestrafen (siehe familienfeindliche Mehrwertsteuer, Wegfall - zumindest Minderung - eines Verdienstes in der Familie, dafür ein Mehr an Verbrauchsausgaben, Mehrfachbelastung durch Öko-Steuer, Bestrafung im Alter durch niedrigere Rentenansprüche usw.) ? In Anbetracht dieser gewaltigen Nachteile kann man beim besten willen mit dieser Art von "Vorsorge" auf keinen grünen Zweig kommen, da die oben genannten Missstände durch ein geringeres Elterngeld noch zusätzlich verschärft werden. Wann wird denn mal an dieser Stelle wirklich umfassend in Sachen Vorsorge informiert, statt nur Nebelkerzen zu zünden und auf vage und unerfüllbare Hoffnung zu setzen?

1 Moderatoren-Antwort

Moderatoren-Antwortam 21.08.2007 | 09:00

In der Sache ein durchaus lesenswerter Beitrag. Ob das alles aber "politisch korrekt"ist, möchte ich nicht unterschreiben.....zumal hier im Forum Sachfragen zu beantworten sind.

MfG

1 Antworten

BAV-Opferam 15.08.2007 | 12:51
In Sachen Betriebliche Altersversorgung etwas zum Nachdenken und Nachrechnen. http://www.nachdenkseiten.de/?p=2542#more-2542 Auch ich bin dafür, Vorgelegtes nicht einfach unkritisch zu übernehmen. Vorschlag: Die Redaktion setzt sich mit dem Artikel auseinander.
Deutsche Rentenversicherung
Sie erhalten Antworten von erfahrenen Expertinnen und Experten der Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung (DRV).

Wichtige Hinweise

Ihre Einträge sind öffentlich und können von jedem gelesen werden. Bitte geben Sie daher keinesfalls persönliche Daten an.

Verzichten Sie auf politische Diskussionen. Dieses Forum soll schnell und unkompliziert helfen und ist kein Diskussionsforum.

Achten Sie auf einen friedlichen und respektvollen Umgang ohne Anfeindungen, Unterstellungen und Provokationen jeglicher Art.

Bleiben Sie beim Thema Rente, Altersvorsorge oder Reha. Bei Fragen etwa zum Arbeitslosengeld, zur Krankenversicherung oder bei Steuerfragen müssen unsere Experten leider passen.

Keine Bewertungen, Empfehlungen oder Beratungen zu einzelnen Produkten, Anlageformen etc. Unsere Experten dürfen grundsätzlich nur allgemein und produktunabhängig beraten.

Bitte beachten Sie die weitergehenden Informationen und Nutzungsbedingungen.

Weitere Links


Interessante Artikel

Informationen, Schwerpunkt-Themen und Interviews zu gesetzlicher Rente, privater wie betrieblicher Altersvorsorge sowie Finanzen und Gesundheit.
Time
8 Minuten

Ein Pflegefall lässt den Finanzbedarf sprunghaft steigen. Doch mit diesen sechs staatlichen Hilfsangeboten und gezielter privater Vorsorge sichern Sie sich vor finanzieller Notlage.

Time
6 Minuten

Länger im Erwerbsleben bleiben und später in den Ruhestand treten: Um dieses Verhalten zu fördern, setzt die Politik viele Anreize. Doch nicht jeder Plan einer „Kombi-Rente" geht finanziell auf, wie sich vor Gericht gezeigt hat.

Time
7 Minuten

Welche Ansprüche Hinterbliebenen zustehen – und wann die angesparten Beträge verloren sein können.

Time
8 Minuten

Ein Prozent vom eigenen Lohn, ein Prozent vom Arbeitgeber: Die neue Kapitalrente soll ab 2028 die gesetzliche Rente ergänzen und Millionen Menschen im Alter besser absichern. Wie das Geld angelegt wird, wer davon profitieren soll – und warum dabei Schweden das große Vorbild für Deutschland ist.

Time
13 Minuten

Schnellere Termine in der Praxis, Chefarztbehandlung im Krankenhaus und attraktive Preise: Mit diese Argumenten locken private Versicherer. Doch da die Entscheidung gegen die gesetzliche Krankenversicherung fast immer endgültig ist, sollte sie sehr genau überlegt sein.

Time
13 Minuten

Wer vorzeitig in den Ruhestand gehen will, muss Abschläge von der Rente in Kauf nehmen. Doch das muss nicht sein. Wie man Abschläge ausgleichen und dabei tausende Euro Steuern sparen kann – und warum das bald teurer wird.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026