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Experten-Antwort

Hygiene beim Gutachter

von Missgestimmt02.04.2011 | 03:23
5286 Ansichten
22 Antworten

Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

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Ich habe wegen meiner fortgeschrittenen Krebserkrankung einen Antrag auf Erwerbsminderung-Rente gestellt. Die Rentenversicherung hat mich einem Gutachter zugewiesen. Zurzeit mache ich wieder eine Chemotherapie, die mich sehr mitnimmt. Deshalb wollte der Arzt mir Blut abnehmen um die Werte bestimmen zu lassen. Weil er sich dazu aber keine Handschuhe angezogen hat, sagte ich, dann möchte ich das lieber wieder bei meinem Arzt machen lassen und ihm den Laborbericht zuschicken. Das wird in der Klinik ja sowieso regelmäßig gemacht. Er sagte aber ungehalten, das sei nicht möglich, weil die Messwerte sich in den Laboren unterscheiden und wenn ich nicht mitarbeite, wird er kein Gutachten erstellen und der Rentenversicherung mitteilen, dass ich die Untersuchung verweigert habe. Ich habe ihn dann doch ohne Einweghandschuhe das Blut abnehmen lassen. Aber ich bin sehr empört über sein Verhalten. Deshalb habe ich bei der Rentenversicherung angerufen und von dem Vorfall erzählt. Die Dame am Telefon sagte nur, dass sei ja nicht so schlimm und früher hätte man nie Handschuhe zum Blutabnehmen gebraucht und da kann man jetzt sowieso nichts mehr tun. Ich finde es aber nicht in Ordnung, dass ein Arzt, der für eine öffentliche Institution arbeitet, die Vorschriften missachtet. Kann man da wirklich nichts tun? Es gibt doch so eine Standesordnung für Ärzte. Ist die Ärztekammer nicht auch für die Gutachter der Rentenversicherung zuständig? Oder ist meine Reaktion übertrieben?

1 Experten-Antwort

Experten-Antwortam 04.04.2011 | 10:07

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass ich mich als Vertreter der Deutschen Rentenversicherung hierzu nicht positionieren kann.

21 Antworten

Hygienefanam 02.04.2011 | 10:45
Ihre Reaktion ist übertrieben. Die Handschuhe schützen alleine denjenigen der ihnen das Blut abnimmt. Er sollte sich nicht an ihrem Blut infizieren , sollte es irgendwelche Erreger enthalten ( HIV etc. )
was soll das?am 02.04.2011 | 11:45
Ich stimme Vorschreiber zu; sie sehen das viel zu kritisch. Handschuhe sollen nur den Blutabnehmer und nicht sie schützen. Und wenn der Arzt das Risiko in Kauf nimmt, ist das seine Angelegenheit!!
Anitaam 02.04.2011 | 11:55
Ich finde Ihre Reaktion heillos übertrieben. Wenn er riskiert, sich etwas zu holen, weil er vielleicht mit Ihrem Blut in Berührung kommt, ist es doch sein Bier. Ziehen Sie auch Handschuhe an, bevor Sie mit Türklinken, Aufzugknöpfen, Münzgeld usw. in Berührung kommen, also alles, was andere sogar mit ungewaschenen Fingern angefasst haben?
KSCam 02.04.2011 | 13:32
Jetzt warte ich nur noch darauf, dass jemand fordert dass auch die Berater der DRV in der normalen Arbeit mit den Kunden Handschuhe und Mundschutz tragen sollen. Ich könnte ja bei der normalen Begrüßung jemanden schädigen, weil meine Hand nicht keimfrei ist, ich könnte ein Blatt Papier vom Kunden annehmen, das Keime trägt, ein Kugelschreiber wird täglich von unzähligen Menschen mit ungewaschenen Händen berührt, etc. Wie hat die Menschheit nur seit Jahrhunderten überlebt?
fritziam 02.04.2011 | 13:25
Hallo Ich glaube ich bin im falschen Film, zur Arzt Hygiene gehören Handschuhe zum Schutz von Patienten und Arzt wer weiß den an was der Arzt sich schon alles angesteckt hat ich erinnere nur an Bakterien. HANDSCHUHE MÜSSEN SEIN DAS IST MINDEST STANDART!! Mit freundlichen Grüßen Fritzi
Marilynam 02.04.2011 | 14:23
Wo gibt es denn bitte eine Vorschrift das jeder Arzt Handschuhe tragen muss ? So einen kompletten Blödsinn habe ich ja noch nicht gehört. Sie haben doch einen kompletten Dachschaden und der Themersteller auch.
Opa Joam 02.04.2011 | 14:28
Ich war schon unzählige Male zur Blutentnahme,Handschuhe hat dabei kein Arzt getragen. Wieso auch,die Einstichstelle wird desinfiziert und das ist auch vollkommen ausreichend da der Arzt da mit den Fingern überhaupt nicht drankommt. http://de.wikipedia.org/wiki/Hypochondrie
Sozialrechtleram 02.04.2011 | 14:29
Zitat von Opa Jo anzeigen
Hallo Ich glaube ich bin im falschen Film, zur Arzt Hygiene gehören Handschuhe zum Schutz von Patienten und Arzt wer weiß den an was der Arzt sich schon alles angesteckt hat ich erinnere nur an Bakterien. HANDSCHUHE MÜSSEN SEIN DAS IST MINDEST STANDART!! Mit freundlichen Grüßen Fritzi
Ich war schon unzählige Male zur Blutentnahme,Handschuhe hat dabei kein Arzt getragen. Wieso auch,die Einstichstelle wird desinfiziert und das ist auch vollkommen ausreichend da der Arzt da mit den Fingern überhaupt nicht drankommt. http://de.wikipedia.org/wiki/Hypochondrie
Ich als Arzt würde mir bei ihnen auf jeden Fall Handschuhe anziehen...
Opa Joam 02.04.2011 | 14:35
Zitat von Sozialrechtler anzeigen
Ich war schon unzählige Male zur Blutentnahme,Handschuhe hat dabei kein Arzt getragen. Wieso auch,die Einstichstelle wird desinfiziert und das ist auch vollkommen ausreichend da der Arzt da mit den Fingern überhaupt nicht drankommt. http://de.wikipedia.org/wiki/Hypochondrie
Ich als Arzt würde mir bei ihnen auf jeden Fall Handschuhe anziehen...
Spinner wie Sie würde ich nichtmal mit der Feuerzange anfassen. Ansonsten rechteln Sie weiter,Leuten wie Ihnen stehen alle Türen offen.(Zur Geschlossenen Psychiatrie) ;-))
Elisabetham 02.04.2011 | 15:25
Berufsordnung für die nordrheinischen Ärztinnen und Ärzte § 7 Behandlungsgrundsätze und Verhaltensregeln (1) Jede medizinische Behandlung hat unter Wahrung der Menschenwürde und unter Achtung der Persönlichkeit, des Willens und der Rechte, insbesondere des Selbstbestimmungsrechts von Patientinnen bzw. Patienten zu erfolgen.
Fritziam 02.04.2011 | 15:35
Zweites Fallbeispiel: 1999 kommt es bei einer Frau zur bakteriellen Infektion des Kniegelenks mit dem Erreger Staphylococcus (S.) aureus2 Auch diese Frau zog vor Gericht und bekam in zwei Instanzen Recht3. Das Gericht befand, dass der behandelnde Arzt und die Helferin beim Spritzenwechsel sterile Handschuhe hätten tragen müssen. Das sei auch seit 1985 in den verbindlichen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie vorgeschrieben. Die Richter:
chrisam 02.04.2011 | 16:32
Ihre Reaktion ist keineswegs übertrieben. Anders als von einigen Usern hier angemerkt, haben die Handschuhe des Arztes nicht primär den Zweck den Arzt selbst zu schützen, sondern gelten zu allererst der Sicherheit des Patienten. Einmalhandschuhe sind absolut verpflichtend zu tragen, wenn nur das geringste Risiko besteht, dass der Arzt mit Körperflüssigkeiten jeglicher Art in Berührung kommt. Dazu zählen Blut, Urin, Speichel, Wundsekrete etc. Die Gefahr einer Übertragung von vorherigen auf den nächsten Patienten ist immens. Im gleichen Maße erforderlich sind Handschuhe auch, wenn der Arzt auch nur die kleinste Verletzung an der Hand hat. Gefährliche Krankheiten können schon über mikroskopisch kleine Risse in der Haut übertragen werden. Allein das anschließende Berühren von Tupfer und Wundpflaster kann Keime übertragen. Heutzutage steigt die Zahl, der im Praxisbetrieb übertragenen Keime stetig an und die Folgen können, gerade im Hinblick auf multiresistente Keime, dramatisch sein. Besondere Vorsicht ist bei Patienten geboten, die ein geschwächtes Immunsystem haben. Das ist bei Ihnen der Fall, da Sie sich einer Chemotherapie unterziehen, was ja gerade der Grund für die Abnahme Ihres Blutes war. Ihr Angebot, dem ärztlichen Gutachter die Laborergebnisse zuzuschicken, wäre absolut akzeptabel gewesen. Zudem grenzt die Ansage des Arztes bei Verweigerung des Eingriffes eine negative Meldung an die DRV zu machen, bereits an den Tatbestand der Nötigung. Es gibt keine Sonderregellungen für ärztliche Gutachter, auch wenn sie keine Therapien durchführen. Auch sie sind unbedingt an alle Vorschriften gebunden. Es ist durchaus sinnvoll, die Ärztekammer von diesem Ereignis in Kenntnis zu setzen, denn bei derartiger Nachlässigkeit dieses Arztes dürfte es früher oder später effektiv zu einer gefährlichen Übertragung von Keimen kommen.
Fritziam 02.04.2011 | 16:44
Hallo Tut mir leid wen ich hier jemanden auf den Schlips getreten bin aber in über 35 Jahren bei meinem Arzt hat der beim Blutabnehmen und Spritzen immer Handschuhe getragen! Dan ist das für mich natürlich mindest Standard! Das folgende passiert Ärzten die dies nicht machen! Der Fall aus dem Jahr 1987 landete damals mit einer Schmerzensgeldklage vor Gericht:
Fritziam 02.04.2011 | 16:56
1999 kommt es bei einer Frau zur bakteriellen Infektion des Kniegelenks mit dem Erreger Staphylococcus (S.) aureus2 Auch diese Frau zog vor Gericht und bekam in zwei Instanzen Recht3. Das Gericht befand, dass der behandelnde Arzt und die Helferin beim Spritzenwechsel sterile Handschuhe hätten tragen müssen. Das sei auch seit 1985 in den verbindlichen Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie vorgeschrieben. Die Richter: Jede Öffnung des Spritzensystems birgt besondere Risiken. Insbesondere von den Händen des behandelnden Arztes, die der Einstichstelle sehr nahe kommen, gehen dabei erhöhte Gefahren aus. Das Gericht stellte fest, dass sich beim Spritzenwechsel der Punktionskanal mit einem bakteriellen Erreger infizieren könne. 1.2 Vorsorge und Abwehr Die meisten Infektionen lassen sich durch eine konsequente Einhaltung von Hygiene- Richtlinien vermeiden, sind sich die Experten einig. Mit den Anforderungen an Hygiene verbinde eine Mehrheit der Mitarbeiter in Krankenhäusern und Praxen jedoch leider „nur eine Reinigung sowie Hygieneartikel aus dem Supermarkt, wie etwa Tampons, Toilettenpapier und Seifen“, stellt der Hygienearzt Dr. Klaus-Dieter Zastrow (Berlin) absichtlich etwas provokativ formuliert fest.7 Der Arzt, der auch im DGKH-Vorstand sitzt, hält nicht zurück mit Kritik an Kollegen, Praxispersonal und Pflegekräften: So würden Maßnahmen wie Händehygiene und das Tragen von Schutzkitteln und Handschuhen oft nur als lästiger Mehraufwand empfunden. Aber, so Dr. Zastrow: Nach Meinung des Experten fehlt es im Gesundheitsbereich vielfach an hygienischmikrobiologischen Grundkenntnissen, „besonders aber mangelt es an der Akzeptanz der Empfehlungen der für Hygiene zuständigen Ärzte.“ Größere Anstrengungen zur Vorsorge und Abwehr gegenüber Infektionen fordern auchHygiene-Koryphäen wie Dr. Alexander W. Friedrich vom Institut für Hygiene am Universitätsklinikum Münster sowie Professor Henning Rüden, der Leiter des Instituts für Hygiene und Umweltschutz am Berliner Universitätsklinikum (Charité). Beide warnen, dass dasProblem „aus dem Ruder laufen könnte“, wenn nicht mehr Hygiene in den sensiblen Bereichendes Gesundheitswesens praktiziert werde. Doch nicht allein Hygienemaßnahmen, wie sie in den folgenden Kapiteln noch eingehenderörtert werden, sind vonnöten, auch der Schutz der Praxis-Beschäftigten selbst ist unabdingbar. Infektionen können beispielsweise durch Nadelstichverletzungen oder im Umgang mit erkälteten Patienten erfolgen. Prinzipiell besteht eine Infektionsmöglichkeit bei jeder Verletzung mit unsterilen Gegenständen, die Blutkontakt hatten. Besondere Vorsicht ist – ohne die Patientengruppe mit dieser Anmerkung diskriminieren zu wollen – bei drogenabhängigen Menschen geboten. Auf diese bezogen werden in halbamtlichen, aber zuverlässigen Veröffentlichungen9 Infektionsraten von bis zu 90 Prozent genannt. „Die Beachtung dieser vermeintlichen Kleinigkeiten im Gesamtkonzept der Behandlung von Patienten verhindert oft schwere Infektionen oder sogar den Tod!“ 1.3.2 Desinfektionen der Hände Am größten europäischen Universitätsklinikum, der Berliner Charité, stellten Hygieniker bei einem Test Ende 2005 fest24, dass Ärzte und Pflegekräfte pro Tag und Patient nur knapp 6 Milliliter Hände-Desinfektionsmittel benutzen. Notwendig wären 120 Milliliter! „Nur dann lässt sich von richtiger Händehygiene sprechen“, kommentierte Prof. Dr. Henning Rüden, der Leiter des Charité-Hygieneinstituts, diese Tatsache. Und dann auch noch ohne Handschuhe!!!
Anitaam 02.04.2011 | 17:44
In einer Klinik, wo man einen Patienten nach dem anderen behandelt, ist eine andere Situation als beim Gutachter. Dass in den Kliniken bei der Hygiene geschlampt wird, habe ich in 3 Monaten Aufenthalt leider zur Genüge gesehen - Handschuhe trugen die allerdings immer, bevor sie jemanden anfassten!
Elisabetham 02.04.2011 | 21:27
Der Gutachter hätte wirklich Respekt vor den Befürchtungen zeigen müssen. Krebs und Chemo machen schon Angst genug.
Missgestimmt hat rechtam 02.04.2011 | 19:39
"Missgestimmt" hat recht, wenn er verlangt, daß der Arzt Handschuhe trägt. Schließlich hat er als Patient, der gerade eine Chemotherapie durchmacht, ein geschwächtes Immunsystem. Alle, die ihn jetzt her "niedermachen", sollten besser vorher überlegen, bevor sie Müll schreiben. Lassen Sie sich nicht von diesen "Dummschreibern" entmutigen!
Osterhaseam 04.04.2011 | 14:37
owt
Elisabetham 04.04.2011 | 17:13
Wenn ein Mensch die Diagnose "Krebs" erhält, setzt er sich meist erstmalig mit der Tatsache auseinander, dass er sterblich ist. Diese Auseinandersetzung ist furchtbar unlustig und zwar für jeden.
Vollexperteam 04.04.2011 | 20:44
Ich als Vollexperte empfehle das Arztzimmer, den Untersuchungsraum, die ganze Einrichtung zuerst mit dem Wasserschlauch gründlich abzuspritzen. Am besten auch gleich das Arzpersonal und den Arzt gleich miteinbeziehen und kräftig abspritzen. Es versteht sich natürlich, daß solche Räume gut ausgekachelt und mit einem Wasser-Gulli ausgestattet sind, damit das Wasser zügig abließen kann. Für das Personal sind entsprechende Trocken-Bläser anzubringen. Die Reinigung des Personal kann von Lohn- und Gehalt anteilig abgezogen werden, was Personalkosten einspart. Die von der Deutschen Rentenversicherung zu erstattenden Kosten werden damit erheblich reduziert. Für diesen Ratschlag fallen Ihnen keine Kosten an.
Elisabetham 04.04.2011 | 21:49
Wenn man die Diagnose "Krebs" erfährt wünscht man vor allem ernst genommen zu werden. Wenn ein Gutachter sich weigert notwendige Hygiene -Vorschriften einzuhalten, dann suggerierter er doch, dass diese Erkrankung lediglich eine Befindlichkeitsstörung ist.
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