Sehr geehrte Damen und Herren,
ich beschäftige mich schon des längeren mit dem Abschluss einer privaten Rentenversicherung und möchte erst kurz die Situation darlegen um danach mehr oder weniger darauf bezogene Fragen zu stellen.
Ich bin 22J, M, Student im letzten Jahr des Masters und arbeite 15h die Woche als Werksstudent. Konkret geht es dabei für mich um die Frage Riester oder Nicht-Riester. Aktuell würde ich Minimalbeträge einbezahlen, gehe aber davon aus ab Arbeitseintritt (+3-5 Jahre im worst-case) den Maximalbetrag von 2100€-175€ einzubezahlen (bzw. zu müssen da 4% Brutto vermutlich über 2000€ liegen werden).
Kinderwunsch ist da, die Zulagen für diese würden dann aber vermutlich an meine (zukünftige) Frau gehen, deshalb kann ich diese ja außer acht lassen. Das bedeutet, die Riesterrente bringt mir eigentlich nicht mehr als 175€ im Jahr (was auf 2100€ immernoch eine sehr gute "Rendite" ist).
Nun steht die Riesterrente aber viel in der Kritik, hauptsächlich aufgrund der hohen Gebühren. (a) Jetzt stellt sich für mich aber die Frage warum? Letztendlich ist die Riesterrente ja nichts anderes als eine private Rentenversicherung die den "Titel" Riester trägt, weil sie bestimmten Bedingungen unterliegt damit eben die Riesterzulagen beantragt werden können. Ich habe gelesen, dass diese Bedingungen der Grund dafür sind, dass die Riesterrente sowohl hohe Gebühren hat, als auch unflexibel ist in Bezug auf kündigen bei schlechter Rendite (wegen Rückzahlung der Zulagen). Sind das die Hauptkritikpunkte?
Steuerlich sehe ich auch zwischen den beiden Konzepten keinen großen Unterschied. Riester wird doppelt versteuert, man kann sich aber die erste Versteuerung durch die Sonderausgaben zurückholen, bei einer nicht-riester rente wird am Anfang versteuert und am Ende nur die Kapitalerträge. (b) Sollte keinen großen Unterschied machen?
(c) Warum überhaupt so kompliziert über die Sonderausgaben? Warum ist die Riesterrente nicht steuerfrei im Alter? Damit die Belastung über die Lebenszeit niedriger ist?
(d) Falls bei (a) die Antwort ist, dass die Riesterrente durch die Einschränkungen/Bedingungen teurer ist, stellt sich für mich die Frage, ob die nicht-riester rente nicht einfach zu risikoreiche Konditionen oder was auch immer hat. Denn an sich sehe ich nur Vorteile in der Riesterrente. Z.B., dass Riesterrenten nicht zum Vermögen gezählt werden.
Gelesen habe ich u.a.
https://www.wiwi.uni-rostock.de/fileadmin/Institute/VWL/VWL-Inst…
(e) Mir wird allerdings einfach nicht klar, wie ein Vertrag ohne Zulagen (nicht-riester) einem Vertrag mit Zulagen (und seien sie noch so klein, wie die 175€) gegenüber überlegen sein kann?
Vielen Dank fürs Lesen!
JS