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Experten-Antwort

Medikamente während Reha

von Jule26.01.2022 | 09:55
3701 Ansichten
14 Antworten

Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

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Guten Tag, ist es grundsätzlich so, dass Medikamente während der Reha von der Klinik gestellt werden müssen?Zumindest diejenigen für die Krankheit wegen der ich in der Reha bin? So kannte ich es bisher. Jetzt wurde ich nämlich von der Rehaklinik aufgefordert, meine Medikamente selbst mitzubringen, weil sie wohl zu teuer sind.

1 Experten-Antwort

Experten-Antwortam 26.01.2022 | 17:26

Hallo Jule,

wie Sie u.a. dem Eintrag von `magro73` entnehmen können, scheinen verschiedene Rehaeinrichtungen ggf je nach Einzelfall unterschiedlich zu verfahren.

Dies ist mMn auch grds in Ordnung, da jeweils unter Berücksichtigung des Einzelfalls zu bewerten und zu entscheiden ist, ob und welche Medikamente mit der zu behandelnden Erkrankung im Zusammenhang stehen und welche ggf nicht.

Hier ist weder ihr Einzelfall, noch sind Ihre individuellen gesundheitlichen Probleme bekannt. Daher kann ihr Fall natürlich nicht abschließend rechtlich bewertet werden.

Natürlich arbeiten Kliniken grds korrekt, aber eben auch nicht immer fehlerfrei. Aktuell haben Sie ja bereits eine fernmündliche Auskunft der Rehaklinik bekommen. Zur weiterführenden individuellen rechtlichen Aufklärung, insbes. unter Berücksichtigung Ihres pers. Einzelfalles, können Sie gerne eine schriftlich Bestätigung der fernmündl. getätigten Auskunft von der Rehaeinrichtung (ggf auch von belegenden Träger) anfordern.

Behalten Sie Ihre Gesundheit im Blick. Die Reha an sich scheint wichtiger als die Frage woher die benötigten Medikament kommen.

Ihnen einen guten Rehaerfolg!

13 Antworten

santanderam 26.01.2022 | 10:05
Die Rehabilitationsklinik versorgt den Patienten z.B. mit Arzneimitteln gegen Thrombose und Schmerz. Medikamente für die Behandlung von z.B. Bluthochdruck, Rheuma, Diabetes oder Asthma stehen nicht in Zusammenhang mit der zu behandelnden Erkrankung und sind daher vom behandelnden Haus- oder Facharzt für die Dauer der Rehabilitation zu verordnen.
Juleam 26.01.2022 | 10:15
So kenn ich es auch. Die Rehaklinik besteht allerdings darauf, dass ich die Medikamente selbst mitbringe. Nicht falsch verstehen, das ist kein Problem für mich. Es geht mir hier mehr ums Prinzip. Die Klinik wurde ja von der Rentenversicherung speziell für meine Krankheit ausgewählt, da sollte doch das Prozedere bei teuren Medikamenten bekannt sein?
Siehe hieram 26.01.2022 | 10:41
Zitat von Jule anzeigen
Hallo Jule, da es doch aber kein Problem für Sie ist, dass Sie sich von Ihren Fachärzten die Medikamente für die Reha-Zeit verschreiben lassen und in die Klinik mitnehmen, ist Ihre Frage 'ums Prinzip' nicht ganz nachvollziehbar. Und auch wenn die Klinik speziell für Ihre Krankheit ausgewählt wurde, ist es dennoch 'nur' eine Reha-Klinik und kein Krankenhaus. Insofern ist dort, anders als eben in einem Krankenhaus, auch nur ein gewisses 'Grundsortiment' an Medikamenten vorhanden. Alles andere würde dazu führen, dass Sie vielleicht die ersten Tage überhaupt ohne dieses spezielle Medikament auskommen müssten, weil es von der Reha-Klinik erst einmal beschafft werden müsste. Und das ist sicherlich auch nicht in Ihrem Interesse? Und ob die Medikamente nun besonders teuer sind oder nicht, hat damit zunächst einmal gar nichts zu tun. Zwischen Krankenkassen und der DRV gibt es entsprechende Vereinbarungen, die die Medikamentenversorgung des Patienten regeln. Und auch überhaupt über eine 'fachärztliche' medikamentöse Behandlung während der Reha-Zeit. So darf die Reha-Klinik bestimmte Medikamente oder auch medizinische Behandlungen also gar nicht selbst 'verordnen'. Besorgen Sie sich also einfach den entsprechenden Vorrat vor Antritt der Reha und verzichten Sie auf Prinzipien-Reiterei, sondern konzentrieren Sie sich auf die in der Klinik auf Sie zukommenden Ihrer Krankheit entsprechenden besonderen (physio)Therapien, die Sie so von Ihren Fachärzten nicht erhalten. Viel Erfolg in der Reha und alles Gute!
magro73am 26.01.2022 | 10:46
.....es gibt sogar Rehaeinrichtungen die untersagen es, eigene medikamente zu nehmen! bei meiner Partnerin selbst erlebt im Oktober 2021. Dort wurden medikamente einkassiert - obwohl diese Medikamentation erforderlich waren. Auf Ansprache beim Arzt: ich mach hier die regeln, wenn es Ihnen nicht passt, können Sie abreisen. Soviel zum Thema Reha und Medikamente. Natürlich haben wir dies dem Kostenträger mitgeteilt und Reha wurde abgebrochen - nun ist meine Partnerin in einer anderen reha, die ihr gut tutm und die nichts an den bestehenden Verordnungen verändert
Dienstagam 26.01.2022 | 11:14
Hallo Seine bisher verordneten Medikamente dabei zu haben, fand ich dahingehend immer optimal, da ggf. die Klinik nicht immer auch genau DIESES Medikament auch in seinem Sortiment unterhält. Damit meine ich, von DIESEM Pharmakonzern mit genau DIESER Wirkstoffkombination, welche ich bisher auch eingenommen und auch gut vertragen habe! Es gibt viele Präparate, bei der man im Grundsatz vom gleichen Wirkstoff ausgehen kann und doch ist u.U. noch eine andere Inhaltskombination vorhanden, welche mir dann gar nicht gut bekommt. Das Problem hatte ich leider desöfteren, wenn z.B. die KK neue Verträge ausgehandelt hat und der Arzt/die Apotheke mir dann von einem anderen Pharmakonzern das Medikament mit angeblich gleichem Wirkstoff mitgab. Nicht immer war die Wirkung bei mir dann identisch, mein Körper reagiert da leider zu sensibel. Da es für Sie kein Problem darstellt, rate ich Ihnen dazu, nehmen Sie Ihre Medikamente mit und besprechen sich vor Ort mit dem für Sie zuständigen Arzt ab. Einen gute Rehaerfolg!
Juleam 26.01.2022 | 11:17
Vorab: Es geht hier speziell um das Medikament das zu Behandlung der Krankheit notwendig ist, wegen der in in der Reha bin. Also zB Reha wegen Psyche -> Antidepressiva. Erstens ist es für mich absolut klar und nachvollziehbar, dass ich Medikamente für die ersten Tage dabei haben muss. Eben auf Grund der Vorratshaltung bzw Verzögerung durch evt notwendige Bestellung. Zweitens verstehe ich nicht, warum es mir nicht ums Prinzip gehen sollte. Es gibt genügend Probleme im Gesundheits-und Rentensektor, da sollte es doch selbstverständlich sein, sich als Rehaklinik an Abrechnungsvorschriften zu halten. Teure Medikamente werden meines Wissens nach der Rehaklinik außerhalb des Budgets auf Rechnung an die DRV erstattet. Zumal der Facharzt auch gar nicht für die Zeit der Reha verordnen darf. Ich hätte hierzu gerne eine Antwort von einem Experten.
Siehe hieram 26.01.2022 | 11:36
Zitat von Jule anzeigen
Die Antwort vom 'Experten' wird noch kommen :-) Aber als Denkanstoß: Warum kann die Krankenkasse Ihnen, so lange Sie zu hause sind, bedenkenlos ein (teures) Medikament bewilligen, und während der Reha-Zeit dann plötzlich nicht? Die Lösung wäre also nicht unbedingt bei der DRV zu suchen, sondern eben in diesem Gesundheits-System (da gibt es Vereinbarungen, das darf und das darf nicht). Sie können aber auch vor Reha-Antritt den Medikamentenplan Ihres Arztes bei der zuständigen Reha-Klinik einreichen und dort vorab erfragen, welche Medikamente davon mitgebracht werden müssen (und warum) und welche von dort aus verabreicht werden. Wer dann mit wem abrechnet, regelt sich dann ja üblicherweise auch ohne Ihr Zutun. Aber dann haben Sie zumindest die Gewissheit, dass Sie während der gesamten Reha-Zeit bestens versorgt sind und nicht plötzlich dann die Reha-Klinik erst ein Problem feststellt 'oh, haben wir gar nicht, dürfen wir auch nicht'. Dann haben Sie auch noch Zeit genug, sich bei Ihrer zuständigen DRV abzusichern, dass die Medikamente, die dort in der Klinik für Sie vorgehalten werden, auch tatsächlich von der DRV übernommen werden und Sie nicht plötzlich mit einer hohen Rechnung selbst dasitzen. Ich vermute mal, dass der 'Experte' Ihnen auch nicht viel anderes raten wird :-)
Juleam 26.01.2022 | 11:50
Danke für alle Antworten, aber das hilft mir nicht weiter. Daher die Frage nach einem Experten. Ich möchte keinen Rat, wie ich weiter verfahren soll. Ich möchte lediglich wissen, was die Vorschrift der DRV dazu ist und ob es Rechtens seitens der Rehaklinik auf das Mitbringen der Medikamente zu bestehen. (Aus Kostengründen, wie mir telefonisch mitgeteilt wurde)
Schadeam 26.01.2022 | 17:56
Wie komme ich jetzt nur auf den sonderbaren Gedanken, dass es sich bei @Jule um eine geschiedene, alleinerziehende Lehrerin mit Doppelnamen handeln könnte? Mein 2. Gedanke dabei ist, dass manches nicht ganz so wichtig wäre wenn man für die Klärung solcher Wichtigkeiten eine Bearbeitungsgebühr von 100 € hinterlegen müsste.
wer wohl?am 27.01.2022 | 14:00
Wer reitet wohl mehr auf Prinzipien rum: die DVR oder die Rentenempfänger? Recht ist Recht, ich denke wohl für beide!
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