Hallo Community,
ich bin nach einem Schreiben der DRV ganz mächtig irritiert und weiß nicht, wie man zu der nachfolgenden Vermutung kommt, geschweige denn, wie ich mich nun korrekt verhalte.
Vorweg etwas zu mir: Ich bin aufgrund mehrerer Erkrankungen im Februar 2015 vom Medizinischen Dienst der Agentur für Arbeit in Verbindung mit dem Jobcenter, als nicht erwerbsfähig eingestuft worden, das ging, mit immer neuen Gutachten, dann bis zu meiner Reha im Jahr 2018 so weiter. In der Reha konnte ich eine Teilstabilisierung erreichen, so dass mir leichte Tätigkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für 3-4 Stunden täglich möglich geworden sind, leider ohne das ich einen passenden Arbeitsplatz finden konnte. Ich bekam dann erst einmal die Arbeitsmarktrente zugesprochen, zunächst bis einschl. Dezember 2019, danach folgte die Verlängerung bis einschl. Dezember 2020 und ich stellte vor ein paar Monaten, weil die Gesamtsituation sich nicht weiter verändert hatte, einen Antrag auf Weiterzahlung der Rente. Von einer vollschichtigen Erwerbsfähigkeit bin ich Meilen entfernt, habe aber die Hoffnung auf Besserung noch nicht aufgegeben.
Zu einer Untersuchungen wurde ich seitens der DRV zu einer Gutachterin eingeladen, kann mich auch nicht beschweren, da mir nichts Negatives währenddessen auffiel. Dennoch kam am Samstag dann die Mitteilung, die Rente würde ab Januar 2021 nicht weiter gezahlt werden, da festgestellt worden sei, ich könne wieder mindestens 6 Stunden auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein. Leider ist das weit von der Realität entfernt.
Heute erhielt ich dann ein weiteres Schreiben von der DRV, das mich unfassbar irritiert hat. So ist darin die Rede davon, dass die Auswertung meiner Unterlagen ergeben habe, ich könne von einer möglichen Abhängigkeitserkrankung betroffen sein und möchte doch bitte, damit mein Antrag (der bereits abgelehnt wurde) weiter bearbeitet werden kann, eine Unterschrift zur Datenübermittlung geben, da man mich zur Suchtberatung nach Stadt XYZ schicken möchte und ggf. überprüfen will, ob ich in eine Entwöhnungskur komme. Das ich da erst einmal total baff war und (man entschuldige bitte) nicht wusste ob ich lachen oder weinen soll, ist sicherlich verständlich. So etwas habe ich Zeit meines bisherigen Lebens noch nie erlebt.
Ich bekomme aufgrund einiger Wirbelsäulenerkrankungen (aktuell habe ich lt. neuestem MRT noch einen Riss des Anulus Fibrosus in der LWS dazu bekommen, der massiv schmerzt und Empfindungsstörungen verursacht, wobei dieser Befund der DRV noch nicht vorlag, weil das MRT erst letzte Woche stattfand) Medikamente über eine Schmerztherapeutin, die den Einnahmeplan festgelegt hat. Außerdem werde ich zeitgleich aufgrund eines Traumas behandelt, woraus ich kein Geheimnis mache. Eine Suchterkrankung liegt aber in keiner Weise vor. Ich rauche nicht, ich trinke nicht und nehme auch keine anderen Drogen zu mir. Ein Missbrauchspotenzial bei meinen Medikamenten kommt ebenfalls nicht vor. Hätte ich nicht diese massiven Schmerzen, wäre ein ausschleichendes Absetzen kein Problem für mich, da würde ich sofort mitgehen, denn aus Spaß nehme ich meine Medikamente nicht, kann aber nur mutmaßen, das darauf angespielt wird. Würde ich also zum jetzigen Zeitpunkt ausschleichen, ohne das passende alternative Therapien Erfolg versprechen (ich habe da so ziemlich alles durch), würde das Ganze nur wieder in einer kompletten und langfristigen AU enden, weil ich dann komplett auf dem Zahnfleisch krieche.
Was um Himmels Willen hat dieses Schreiben an mich zu bedeuten? Ich kann einfach nicht verstehen, dass man mich so dermaßen falsch eingestuft hat und davon ausgeht, ich könnte ein Suchtproblem haben. Auf das Schreiben an sich habe ich bereits sachlich reagiert und um Details gebeten, bzw. auch darum, intern zu überprüfen, ob eine Verwechslung stattgefunden haben könnte und mich dann wieder zu kontaktieren.
Mein persönliches Umfeld rät mir direkt dazu, meine Rechtsschutzversicherung einzuschalten, damit ich mich, gesundheitlich angeschlagen wie ich es zur Zeit eben bin, nicht damit herum plagen muss.
Wie sollte ich mich denn jetzt folglich richtig verhalten, um dieses offensichtliche Missverständnis sachlich aus dem Weg zu räumen? Das Gespräch mit der DRV suchen, damit die Sachlage noch einmal genau unter die Lupe genommen wird, selbstverständlich während ich meinen neuesten Befund noch nachreiche oder wirklich umgehend zum Anwalt?
Vielen Dank!
MfG
KaKatze