Hallo an alle,
als ich kürzlich bei der lokalen Vertretung der RV war und den Großteil meines Antrages auf Teil-EMR abgegeben habe, war die Dame, die mir gegenüber saß, davon überzeugt, dass man die EMR nur aus bestehender Teilzeit heraus beantragen sollte. Dazu zitierte sie sogar einen Richter in hoher Instanz, der kürzlich in einem ähnlich gelagerten Fall den Antrag ablehnte, weil der Antragsteller noch voll arbeiten könne, schließlich tut er das ja noch. Unerwähnt blieb, dass er laufend krankgeschrieben war.
Ich frage mich, ob sich die Rennerei überhaupt lohnt, um die ganzen fehlenden Arztunterlagen zusammen zu tragen, angesichts solcher Urteile. Denn ich quäle mich aus Geldmangel (bevor die Krankheiten so schlimm wurden hatten wir begonnen ein Haus zu bauen), Alternativlosigkeit und einem zweifelhaften Pflichtbewusstsein seit vollen 3 Jahren in Vollzeit durch meinen Beruf. Folge ist, dass ich jedes Jahr 130 bis ca. 200 Krankheitstage habe. Ich kann mich glücklich schätzen, das man als ET-Ing. so gefragt ist, dass die Arbeitgeber sich beide Beine ausreißen um einen zu halten oder zu bekommen. Allerdings wird wohl auch da irgendwo eine Grenze liegen, zumal mein Arbeitgeber nicht gerade als sozial bekannt ist. Sprich, wenn ich so weiter mache wird es wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis ich auf der Straße sitze. Als ich Anfang dieses Jahres im Hamburger Modell war, habe ich erst 3h, dann 4h und später 5h am Tag gearbeitet. 7/h ist meine tägliche Regelarbeitszeit. Bei 4h, verbunden mit veränderten Aufagen (kein Projektgeschäft), habe ich eine merkbare Entlastung verspürt und das wäre dann auch meine Zielmarke im Antrag. Nur 4/7 meines Gehalts reichen nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken, daher kann ich das nur machen, wenn ich Unterstützung erhalte.
Lange Rede kurzer Sinn, was denken die Experten darüber? Muss ich jetzt schon in Teilzeit gehen, oder kann ich warten, bis die Rente bewilligt wird?
Da mir inzwischen ein GdB von 50 zuerkannt wurde, hat sich mir noch ein zweites Standbein aufgetan. Das Integrationsamt würde dem Arbeitgeber zur Zeit ca. 230€ als Zuschuss zahlen, um meine Teilzeit zu unterstützen. Allerdings ist das bei einem Arbeitgeberbrutto von 6,5k€ wohl nur der berümte Tropfen auf den heißen Stein. Zumal regelmäßige Bürokratie die Folge ist, die wahrscheinlich einen großen Teil davon wieder auffrißt.
Trotzdem, weiß jemand, ob man diese beiden Leistungen parallel laufen lassen kann? Die Dame vom Integrationsfachdienst wusste das nicht.
Vielen Dank