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Experten-Antwort

Was bringt mehr Rente - Altersteilzeit oder mit vollem Gehalt und Abschlägen bis 63 arbeiten?

von Frau B.24.02.2022 | 15:08
2416 Ansichten
2 Antworten

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Ich bin gerade 61 geworden und mein Arbeitgeber (Öffentlicher Dienst) bietet mir ATZ an (20% Gehaltszuschlag) Ich hatte geplant, mit 63 mit Abschlägen vorzeitig in Rente zu gehen. Nun frage ich mich, ob ich mich besser stehe, wenn ich das Angebot annehme oder mit vollem Gehalt bis 63 arbeite.

1 Experten-Antwort

Experten-Antwortam 24.02.2022 | 15:42

1. Ich gehe davon aus, dass der Arbeitgeber keinen 20% Gehaltszuschlag, sondern Ihnen Altersteilzeit unter Berücksichtigung eines 20%- Abschlags anbietet.

2. Grundlage für die Ermittlung der persönlichen Entgeltpunkte, die zur Ermittlung des Monatsbetrages der Rente führen sind u.a. die Entgeltpunkte für Beitragszeiten. Das erzielte Arbeitsentgelt wird durch das Durchschnittsentgelt des jeweiligen Kalenderjahres geteilt, das Ergebnis sind dann Entgeltpunkte. Wenn also ein Altersteilzeitentgelt in Höhe von 80% des bisherigen Entgelts geleistet wird, erwerben Sie zwangsläufig auch geringere Entgeltpunkte und damit auch einen geringen Rentenanspruch für die Zeit der Altersteilzeit. Fraglich ist, ob die Altersteilzeit auf das 63. Lebensjahr begrenzt ist, oder auch danach noch in Anspruch genommen werden kann.

3. Sie sollten, anhand der vorliegenden Fakten (Altersteilzeitentgelt wie lange und in welcher Höhe) eine Proberentenberechnung beim Rentenversicherungsträger schriftlich beantragen oder eine Auskunfts- und Beratungsstelle aufsuchen. Anhand der dann ermittelten Rentenbeträge wird eine Entscheidung einfach zu treffen sein.

1 Antworten

W°lfgangam 24.02.2022 | 19:40
Hallo Frau B. im ÖD werden allgemein 20% auf das nunmehr halbe Netto-Entgelt/bei ATZ aufgesattelt, um 70 % des alten/vollen Netto-Entgelts zu erreichen - der sogenannte Aufstockungsbetrags *) Die Rentenbeiträge werden/gemittelt in Höhe von 90 %, bezogen auf das alte SV-Brutto, weiter gezahlt, gilt auch für die VBL. Im Ergebnis geht damit der mögliche Rentenzuwachs/VBL-Zuwachs in der ATZ-Phase gerade mal um lausige 10 % zurück. Beispiel: Ihr aktuelles Jahres-Vollzeiteinkommen liegt bei 50.000 € = rd. 44 € Monatsrente. Macht für 2 Jahre ATZ rd. 9 € weniger Rente, bei VBL vielleicht rd. 3 €, zusammen 12 €. Rechnet man den Rentenabschlag + Abzug für KV/Beiträge noch runter, liegt der 'Gesamtverlust' für die 2 ATZ-Jahre unter 10 € mtl. ...die nur 70% Nettoentgelt tun da viel mehr weh, wie auch die ‚kleine’ Steuernachzahlung für die Aufstockungsbeträge. Idealerweise wählt man die ATZ bis zum abschlagsfreien Rentenbeginn (64+6), und hat dann 200-300 € mehr ...sofern 1. die für die abschlagsfreie Rente erforderlichen 45 Jahre zeitnah vorliegen - und 2. der Wille zur aktiven Weiterarbeit für 9 Monate besteht, 3. der AG das auch anbietet. Zur Ausgangsfrage: bei 'normaler' Weiterbeschäftigung bis 63 stehen Sie sich um glatte 10 € besser – was die Rente ab diesem Zeitpunkt betrifft ;-) ...sofern die Beispielzahlen passend sind/andere Zahlen im Verhältnis bitte selber ableiten. Gruß w.
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