München (tö). Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wird nach eigenen Angaben am Mittwoch erstmals einen vollständigen Vergleich der Kosten und Leistungen von Girokonten ermöglichen. Dazu müssen etwa 1100 Banken, Sparkassen und FinTechs die geforderten Daten wie etwa die Monatsgebühr, die Höhe des Dispozinses sowie die Tarife für Basiskonten an die Finanzaufsicht liefern, die die kostenfreie Vergleichsinternetseite für Zahlungskonten betreiben wird. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen auf der Website das für sie passende Zahlungskonto finden können.
Bislang war es für Bankkunden gar nicht so leicht, das für sie beste Girokonto zu finden. Sie sind dafür auf unabhängige und vollständige Informationen angewiesen. Doch hier liege das Problem, sagt David Riechmann, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: „Denn viele der bekannten Vergleichsportale im Internet bieten keinen umfassenden Marktüberblick oder haben eigene Vertriebsinteressen.“ Bei der Bafin haben die Geldinstitute nun aber eine Meldepflicht. Der amtliche Kontenvergleich werde daher „die einzige aktuelle und marktbreite Übersicht über Girokonten sein“, kündigte die Finanzaufsicht bereits im September 2024 an.
Und weiter: Transparente Filter- und Suchmöglichkeiten sollen die Interessenten „in die Lage versetzen, das für sie passende Zahlungskonto eigenverantwortlich und selbstbestimmt auszuwählen“, so die Aufsicht. Zudem sei der Kontenvergleich „vollständig werbefrei“. Die Aufnahme in den Kontenvergleich sei aber „kein BaFin-Gütesiegel für Kontoanbieter oder deren Zahlungskonten“.
Die Preise für Girokonten können sich erheblich unterscheiden, wobei die Zahl der kostenlosen Konten zuletzt stetig gesunken ist. Laut dem Verbraucherportal biallo.de gab es Anfang Dezember 2024 noch 24 kostenlose Girokonten bundesweit. Konten können jedoch laut Stiftung Warentest auch 300 Euro kosten. Die Warentester halten Kosten für 60 Euro im Jahr für akzeptabel. Im Durchschnitt zahlten Kontoinhaberinnen und Inhaber 119 Euro pro Jahr. „Je nach Kontomodell lassen sich bei einem Wechsel also schnell 100 Euro und mehr pro Jahr sparen“, so die Stiftung.
