München (tö). 0,00 Prozent Zinsen – so wenig, oder besser gesagt nichts gibt es bei mehr als 50 Banken und Sparkassen für Guthaben auf Tagesgeldkonten. Bei diesen Geldinstituten bewegen sich die Tagesgeldzinsen damit auf dem Niveau der Negativ- und Nullzinsphase. Das zeigt eine neue Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Demnach gewährten Ende April „mindestens 52 Kreditinstitute“ nicht einmal eine bescheidene Verzinsung. Das entspricht einem Anteil von knapp sieben Prozent aller 786 von Verivox ausgewerteten Kreditinstitute. Sparerinnen und Sparer müssen sich aber nicht mit Null- und Magerzinsen abspeisen lassen. Wer Angebote vergleicht und bereit ist, zu einer Bank mit besseren Konditionen zu wechseln, konnte Ende Mai noch Zinsen von um die zwei Prozent für täglich verfügbares Geld herausholen – und das ohne Aktionszinsen gerechnet.
Aus der Auswertung von Verivox geht hervor, dass fast ausschließlich regional tätige Kreditinstitute, also Sparkassen sowie die örtlichen Volks- und Raiffeisenbanken, Nullzinsen zahlen. Bei überregionalen Banken seien Nullzinsen hingegen die Ausnahme. „Als die Zinsen in den Jahren nach der Zinswende im Sommer 2022 immer weiter gestiegen sind, haben einige Banken ein neues Tagesgeldprodukt mit Guthabenzinsen auf den Markt gebracht, lassen ihr altes mit Nullzinsen aber bis heute weiterlaufen“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH.
Mit der Bank verhandeln
„Insbesondere die Ersparnisse langjähriger Bestandskunden liegen dann mitunter noch immer unverzinst auf einem der alten Tagesgeldkonten.“ Maier wies darauf hin, dass Kundinnen und Kunden mit ihrer Bank verhandeln könnten. Spielraum hätten diese genug. „Schließlich streichen die Kreditinstitute selbst immer noch 2,25 Prozent Zinsen ein, wenn sie Spargeld bei der Europäischen Zentralbank parken.“ Wer zu einer anderen Bank mit seinem Ersparten wolle, könne dies, ohne gleich komplett die Bank wechseln zu müssen, weil das Girokonto bei der bisherigen Hausbank bleiben kann.
Verbraucherschützer empfehlen bei der Wahl einer Bank mit einem überdurchschnittlich verzinsten Tagesgeldkonto vor allem auf die Bestandszinsen zu achten. Vorübergehend überdurchschnittlich hohe Aktionszinsen von um die drei Prozent für wenige Monate lohnen sich auf Dauer nicht, wenn die Bank danach nur noch geringe Zinsen weit unter dem Durchschnittszins zahlt. Zu den Anbietern mit überdurchschnittlich hohen Bestandszinsen mit einer guten bis sehr guten Einlagensicherung gehörten laut dem Verbraucherportal biallo.de Ende Mai 2025:
- der Vermögensverwalter willbe (Liechtenstein, Bestandszinsen: 2,15 Prozent),
- die DHB Bank (Niederlande, 2,15 Prozent),
- der Finanzdienstleister Klarna (Schweden, 2,25 Prozent),
- Smartbroker und TradersPlace (jeweils Deutschland und 2,0 Prozent).
Die Zinssätze (Stand: 30. Mai 2025) sind variabel, können also von der Bank jederzeit erhöht oder verringert werden.
