München (tö). 2026 werden Verbraucherinnen und Verbraucher bei den Energiekosten teilweise entlastet. Die Netzentgelte und die Stromsteuer sinken, und die Gasspeicherumlage entfällt. Was weniger und was mehr kostet – ein Überblick.
Strom
Im neuen Jahr können sich die privaten Haushalte in Deutschland auf tendenziell sinkende Netzentgelte für Strom einstellen. Das sind die Gebühren, die für den Transport von Elektrizität über die Stromnetze erhoben werden, sie machen immerhin etwa 30 Prozent des Strompreises aus. Der Grund: Ein staatlicher Milliarden-Zuschuss sorgt dafür, „dass die Verteilnetzentgelte um bundesweit durchschnittlich 2,2 Cent pro Kilowattstunde sinken“, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Verbraucherschützer rechnen vor: Für private Haushalte mit einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden (kWh) führt das zu einer Entlastung von 65 Euro pro Jahr im Bundesdurchschnitt. Auch bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall heißt es: „Ein typischer Vier-Personen-Haushalt kann dann bis zu 70 Euro im Jahr bei den Stromkosten sparen“.
Strom wird im neuen Jahr deshalb oft günstiger: Von den bislang angekündigten Strom-Preisnachlässen profitieren laut einer Analyse von Verivox 3,1 Millionen Haushalte in Deutschland, die noch in der örtlichen Grundversorgung sind. Im Durchschnitt sinken demnach die Preise zum Jahreswechsel um etwa 2,6 Prozent. Gleichzeitig wurden Verivox zufolge allerdings auch 12 Strompreiserhöhungen um durchschnittlich 1,4 Prozent angekündigt. Für alle anderen Haushalte in der Grundversorgung bleiben die Preise zum Jahreswechsel zunächst stabil. Am deutlichsten geht es mit den Preisen in Sachsen, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt abwärts. In Berlin, Hamburg, Bayern und Niedersachsen werden Haushalte in den Grundversorgungstarifen gar nicht oder kaum entlastet.
„Da die Stromnetzentgelte durch den Zuschuss der Bundesregierung nicht überall sinken und die Kalkulationen der Stromversorger unterschiedlich sind, werden nicht alle Haushalte beim Strompreis entlastet“, sagte Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. Wer aus der eher teuren und jederzeit kündbaren Grundversorgung zu einem Vertrag mit längerer Laufzeit wechsele, könne die jährliche Stromrechnung oft um mehrere Hundert Euro senken.
Gas
Zum 1. Januar 2026 wird in Deutschland die sogenannte Gasspeicherumlage abgeschafft. Auch davon profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher. „Für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet das eine Entlastung von rund 70 Euro pro Jahr“, rechnet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW) vor. Die Gasnetzentgelte werden hingegen in den meisten Netzgebieten steigen. Die Erhöhung beträgt laut der VZ NRW bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bundesweit durchschnittlich elf Prozent beziehungsweise 0,28 Cent/kWh brutto: Einen Haushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden koste dies durchschnittlich 55 Euro mehr pro Jahr. Je nach Netzgebiet gibt es allerdings deutliche Abweichungen. Mit den Gasnetzentgelten zahlen die Haushalte die Kosten für den Transport des Gases durch das Gasnetz. Gasnetzentgelte machen in etwa ein Fünftel des Gaspreises aus.
Die Auswertung von Verivox zeigt: Zum Jahreswechsel haben bislang 192 Grundversorger angekündigt, ihren Gaspreis zu senken, im Durchschnitt um 6,7 Prozent. Gleichzeitig haben aber 45 Anbieter bereits Preiserhöhungen angekündigt, und das um durchschnittlich 6,3 Prozent.
Sprit und Heizöl
Sicher können Verbraucher und Verbraucherinnen mit einer steigenden CO₂-Abgabe rechnen. Diese erhöht sich planmäßig weiter auf 55 bis zu 65 Euro pro Tonne CO₂. Auch dies wirkt sich auf die Preise für fossile, klimaschädliche Brennstoffe wie Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas aus. Heizöl kann sich dadurch nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen um bis zu 3,2 Ct/Liter (brutto) verteuern, eine Tankfüllung von 2000 Litern kann somit bis zu 64 Euro zusätzlich im Vergleich zum Jahr 2025 kosten. Auch Sprit kann teurer werden: 2026 könnte laut ADAC die CO₂-Abgabe maximal um knapp drei Cent je Liter Benzin und um etwas mehr als drei Cent pro Liter Diesel steigen.
