München (tö). Die Geschirrspülmaschine wird nur gegen Vorkasse nach Hause geliefert, den Ratenkredit für den neuen Laptop gibt’s nur zu höheren Zinsen, Onlinehändler lehnen den Kauf per Rechnung ab. Oft wissen Verbraucherinnen und Verbraucher nicht, warum unerwartet Probleme beim Bezahlen auftauchen. Nicht selten liegt das daran, wie die Zahlungsfähigkeit und Kreditwürdigkeit der Kunden eingeschätzt werden. Entscheidend dafür ist der sogenannte Schufa-Score – je höher (maximaler Wert: 100, niedrigster Wert: 0), desto niedriger ist das Risiko eines Zahlungsausfalls. Den persönlichen Schufa-Score, den die Wirtschaftsauskunftei Schufa von 68 Millionen Menschen in Deutschland erhebt, kann man aber verbessern. Darauf hat jetzt die Stiftung Warentest aufmerksam gemacht (Finanztest 2/2025). Die wichtigsten Tipps der Stiftung:
Rechtzeitig zahlen: Die Warentester raten, offene Rechnungen zügig zu bezahlen. Wer eine Rechnung nicht bezahlt und damit zulässt, dass Inkassofirmen die Schulden eintreiben, nimmt eine Verschlechterung seines Schufa-Scores in Kauf. Soll die Schufa über offene Forderungen informiert werden, ist dies dem Kunden aber vorher mitzuteilen. Die Stiftung empfiehlt: „Wenn Sie eine Zahlungsaufforderung mit einer Schufa-Drohung bekommen, ohne dass eine Zahlungspflicht besteht, widersprechen Sie der Forderung schriftlich und legen Dokumente bei, die das untermauern.“
Schufa-Daten prüfen: Die Warentester raten, regelmäßig die eigenen Schufa-Daten zu prüfen. So können Verbraucher schnell feststellen, welche Einträge den Score negativ beeinflusst haben und ob es fehlerhafte Einträge gibt. Nach Angaben der Verbraucherzentralen müssen Unternehmen und Auskunfteien wie Schufa, Creditreform Boniversum, Crif, Experian und andere „mindestens einmal im Kalenderjahr“ eine kostenlose Auskunft über die gespeicherten personenbezogenen Daten geben – und sogar mitteilen, an welche Unternehmen die Daten weitergegeben werden. Die kostenlose Auskunft lässt sich formlos beantragen, idealerweise schriftlich oder über die Internetseite des Anbieters. Die Verbraucherzentralen warnen aber: Nicht selten sei die kostenlose Auskunftsvariante „hinter kostenpflichtigen Angeboten versteckt“. Links zur kostenlosen Auskunft bei einigen Auskunfteien finden Sie deshalb hier: Schufa, Creditreform Boniversum, CRIF, Experian. Wer seine Daten abfragen möchte, kann auch den kostenlosen Musterbrief der Verbraucherzentralen nutzen.
Bei Kreditangeboten aufpassen: Die Stiftung empfiehlt außerdem beim Einholen von Kreditangeboten, darauf zu achten, dass die Banken das für den Score-Wert neutrale Merkmal „Konditionenabfrage“ verwenden. Die Warentester warnen: „Manchmal melden Banken fälschlicherweise ,Anfrage Kredit‘ – was den Score-Wert verschlechtert, selbst wenn es nicht zum Kredit kam.“ Negativen Einfluss auf den Score-Wert hätten auch „häufige Umzüge, mehrere Girokonten oder mehrere parallel laufende Verbraucherkredite.“ Wer mehr darüber wissen will, welche Faktoren den Schufa-Score beeinflussen, kann dies mit Hilfe eines Score-Simulators interaktiv testen. Damit können Verbraucher zum Beispiel simulieren, wie sich die Anzahl der Kreditkarten, die Rückzahlung eines Kredits oder die verspätete Bezahlung einer Rechnung trotz mehrfacher Mahnung auf den zu ermittelnden Score auswirken.
- www.ihre-vorsorge.de/finanzen/nachrichten/ratenkredite-werden-guenstiger-sind-aber-nicht-fuer-jeden-leicht-zu-bekommen
- www.ihre-vorsorge.de/finanzen/nachrichten/verbraucherzentrale-warnt-vor-ratenkrediten-als-schuldenfalle
- www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/datenschutz/scoring-mit-kundendaten-so-verlangen-sie-auskunft-bei-schufa-co-12756
