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Festgeld: So schlagen Sparer die Teuerungsrate

Wer Erspartes sicher als Festgeld anlegt, kann wieder positive Realzinsen erzielen.

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Junges Paar sitzt zuhause am Tisch mit Unterlagen und einem Taschenrechner.

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München (tö). Erstmals seit der Zinswende im Frühjahr 2022 können sich Sparerinnen und Sparer mit Festgeldanlagen wieder Zinsen oberhalb der aktuellen Inflationsrate sichern. So beläuft sich die Teuerungsrate im Oktober laut Statistischem Bundesamt auf 3,8 Prozent, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Sie liegt damit erstmals seit mehr als zwei Jahren unter vier Prozent.

Für Festgeld gibt es in der Spitze aber Zinsen von mehr als vier Prozent. Der sogenannte Realzins ist damit wieder positiv, der Kapitalzuwachs durch Zinsen fällt also höher aus als der gleichzeitige Wertverlust durch die laufende Teuerung. Wer Geld bei Banken mit überdurchschnittlich guten Konditionen anlegt, kann damit zumindest seine Kaufkraft wieder erhalten, sollte sich damit allerdings beeilen. „Die Ära des anhaltenden Zinsanstiegs könnte bald ein Ende haben“, heißt es bei dem Vergleichsportal Verivox. 

Im Durchschnitt liegen die Festgeldzinsen noch deutlich unter der aktuellen Inflationsrate: So brachte Festgeld dem Index des Verbraucherportals biallo.de zufolge mit einer Laufzeit von zwölf Monaten Anfang November durchschnittlich 2,63 Prozent Zinsen, für 24 Monaten sind es 2,47 Prozent und für 36 Monate nur noch 2,40 Prozent (Stand: 3.11.2023). Beim Tagesgeld ist es noch weniger: Anfang November gab es für täglich verfügbare Guthaben im Durchschnitt 2,16 Prozent Zinsen, zumindest bei den bis zu 100 Angeboten, die für den Vergleich von biallo.de herangezogen werden. Und nach wie vor rückt knapp ein Drittel der Banken und Sparkassen keine oder nur sehr niedrige Zinsen für Tagesgeld heraus, wie eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox von 747 Geldhäusern gerade ergab.

Für Festgeld zahlen viele Banken auch mit deutscher Einlagensicherung jedoch mittlerweile für bestimmte Laufzeiten von ein bis drei Jahren teilweise 3,85 bis 4,05 Prozent Zinsen, also minimal mehr als die aktuelle Inflationsrate beträgt. Zu diesen Kreditinstituten zählen etwa die Volkswagen Bank, Credit Plus, ABC Bank oder die Deutsche Pfandbriefbank (pbb direkt), die alle bundesweit tätig sind.  

Zinseszinseffekt nutzen

Verbraucherschützer raten aber, nicht nur die Höhe der Zinsen zu vergleichen. Es lohnt sich auch darauf zu schauen, wann die Zinsen gutgeschrieben werden. So sollten gerade bei längeren Laufzeiten Sparer und Sparrinnen darauf achten, dass die Bank die Zinsen nicht einfach am Laufzeitende auf einen Schlag ausbezahlt. Schreibt die Bank oder Sparkasse die Festgeldzinsen jährlich aufs Festgeldkonto gut, werden diese danach sofort mitverzinst. Dieser Zinseszinseffekt wird häufig unterschätzt.

Ein Beispiel: Eine Kundin legt 20.000 Euro zu vier Prozent Zinsen für drei Jahre an: Werden die Zinsen am Ende komplett gutgeschrieben, würde die Kundin 20.000 Euro plus 2400 Euro Zinsen ausbezahlt bekommen. Hätte die Bank die Zinsen hingegen jährlich gutgeschrieben und wiederverzinst, kämen am Ende mit rund 2497 Euro fast 100 Euro mehr heraus – genug für wenigstens einen Restaurantbesuch zu zweit. 

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