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Tagesgeld: Bei Zinserhöhungen lassen sich die Banken Zeit

Nach der jüngsten Anhebung der Leitzinsen hat nur jede sechste Bank zügig ihre Tagesgeldzinsen erhöht. Was Sparerinnen und Sparer tun können.

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Tagesgeld: Bei Zinserhöhungen lassen sich die Banken Zeit

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München (tö). Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen erhöht, profitieren Tagesgeld-Anleger davon zunächst meist gar nicht. Und wenn, dann mit Verzögerung. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Demnach hatte eine deutliche Mehrheit aller Banken und Sparkassen die jüngste Leitzinserhöhung im Juni gut einen Monat später nicht an ihre Tagesgeld-Anleger weitergegeben. Laut der Analyse erhöhte nur etwa jede sechste Bank (17 Prozent) ihre Tagesgeldzinsen – im Durchschnitt um 0,18 Prozentpunkte. 

Die Durchschnittszinsen bundesweit verfügbarer Angebote stiegen damit leicht auf 1,38 Prozent pro Jahr. Ausgewertet wurden für die Untersuchung die unbefristeten Standardzinssätze der Konditionen von mehr als 800 Kreditinstituten (Stand: 20. Juli 2026). Aktionsangebote, die nur für Neukunden oder Neuanlagen und auch nur für weniger Monate gültig sind, blieben unberücksichtigt. 

Im Schnitt nur 0,41 Prozent bei Sparkassen

Wie Verivox weiter mitteilte, zahlten Sparkassen zum Zeitpunkt der Auswertung lediglich durchschnittlich 0,41 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld. Bei den regionalen Genossenschaftsbanken, also vor allem den Volks- und Raiffeisenbanken, lagen die Zinsen im Durchschnitt bei 0,47 Prozent jährlich. 

Wer Angebote vergleicht und wechselbereit ist, kann sich aber wesentlich höhere Zinsen sichern. In der Spitze zahlen Banken Neukunden derzeit bis zu vier Prozent Zinsen aufs Tagesgeld, aber nur für wenige Monate. Für Bestandskunden rücken die Geldhäuser in der Regel deutlich weniger heraus. Verbraucherschützer raten, vor allem darauf zu achten, ob Banken auf Dauer kontinuierlich überdurchschnittliche Zinsen für Tagesgeld zahlen. 

Wo lohnt sich Tagesgeld langfristig?

Das Verbraucherportal biallo.de hat analysiert, bei welchen Banken sich Tagesgeld langfristig lohnt. Die Fachleute haben sich dafür die Angebote mit der derzeit besten Standard-Verzinsung angesehen und nachgerechnet, was in den letzten drei Jahren tatsächlich herausgekommen wäre. Das Ergebnis: Bestandskunden hätten bei dem Liechtensteinischen Vermögensverwalter willbe über die letzten drei Jahre im Schnitt die höchsten Zinsen bekommen, heißt es bei biallo.de. Vergleichsweise gut schnitten demnach auch die Tagesgeldangebote der niederländischen Ayvens Bank und der Südtiroler Sparkasse ab. 

Es gibt allerdings keine Garantie dafür, welches Tagesgeld sich langfristig lohnt. Tagesgeldzinsen sind – von den Aktionszinsen abgesehen – stets variabel, also jederzeit von der Bank veränderbar. Es gibt jedoch ein paar Anhaltspunkte, ob Geldhäuser verlässlich Top-Konditionen beim Tagesgeld bieten oder ob es sich nur um eine kurzfristige Werbeaktion handelt. So sollten Anlegerinnen und Anleger laut biallo.de darauf achten, ob die Bank steigende Leitzinsen schnell weitergibt und immer mal wieder vergleichen, ob der angebotene Zins verglichen mit anderen Banken noch konkurrenzfähig ist. 

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